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Feierabendhäuser schulen Verkaufspersonal

Auf dem Weg zum seniorengerechten Supermarkt

14.08.2019
Eine Teilnehmerin versucht mit einer Brille, die eine Sehbehinderung simuliert, die Hinweise auf der Verpackung zu entziffern.

<paragraph align="right">Foto: Andreas Vincke/Feierabendhäuser</paragraph>

Eine Teilnehmerin versucht mit einer Brille, die eine Sehbehinderung simuliert, die Hinweise auf der Verpackung zu entziffern.

Foto: Andreas Vincke/Feierabendhäuser

Das Wittener Altenzentrum am Schwesternpark schult Mitarbeitende des benachbarten Supermarkts im Umgang mit älteren Menschen. So sollen kompetente Mitarbeitende dem Einkauf der Senioren eine neue Qualität geben.

Das Haus der Diakonie Ruhr hat deshalb mit dem nahe gelegenen Boni Center eine nach eigenen Angaben bislang einmalige Zusammenarbeit vereinbart. Die Feierabendhäuser der Diakonie schulen Mitarbeitende des Einkaufszentrums im Umgang mit älteren Menschen. Themen sind unter anderem der Umgang mit Alterskrankheiten, Einschränkungen und Hilfsmitteln sowie die Kommunikation mit Menschen mit Demenz. An der ersten Schulung nahmen fünf Auszubildende des Boni Centers sowie die stellvertretende Filialleiterin teil.

"Es geht darum, Hemmschwellen im Umgang mit Senioren abzubauen", sagt Andreas Vincke, Einrichtungsleiter der Feierabendhäuser. Deshalb erleben die Teilnehmenden der Schulung mit Hilfe eines Alterssimulationsanzuges, wie sich verschiedene Erkrankungen und Einschränkungen auf Wahrnehmung und Beweglichkeit auswirken. Spezielle Ohrenschützer dämpfen das Gehör. Brillen simulieren verschiedene Augenerkrankungen. Gewichte und Manschetten versteifen Rücken und Gelenke. Mit all diesen Einschränkungen gilt es, Aufschriften zu entziffern, Waren aus hohen und niedrigen Fächern zu nehmen und Verpackungen zu öffnen – eine Aufgabe, die oft schon jüngere Menschen überfordert.

Ein weiterer Punkt ist das Kennenlernen verschiedener Demenzformen. Das soll Unverständnis abbauen, die Mitarbeitenden im Supermarkt befähigen, mehr Einfühlungsvermögen zu entwickeln oder Langsamkeit zu akzeptieren, wo es eigentlich schnell gehen soll.

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