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Trost in schweren Zeiten

Wie Betreuende mit Erinnerungsbüchern Nähe schaffen

03.08.2020
Ein ausgefüllter Biografiebogen hilft in der Bewohnerakte wenig, denn Erinnerungsarbeit muss gelebt werden. Dazu sind individuelle Erinnerungsbücher ideal.

<paragraph align="right">Foto: Regina Kahlbohm</paragraph>

Ein ausgefüllter Biografiebogen hilft in der Bewohnerakte wenig, denn Erinnerungsarbeit muss gelebt werden. Dazu sind individuelle Erinnerungsbücher ideal.

Foto: Regina Kahlbohm

Wie können Betreuende Angehörige davon überzeugen, biografische Elemente zur Verfügung zu stellen? Wie kann gewährleistet sein, dass diese jedem im Team, möglichst während er oder sie mit dem Betreuten im Gespräch ist, zur Verfügung stehen? Eine praxistaugliche Antwort lautet: das Erinnerungsbuch.

Das Erinnerungs- oder Lebensbuch ist ein Sammelsurium aus wichtigen Stationen des Lebens. Bilder und Texte zeigen, was im Leben des Einzelnen wichtig war. ­Gemeinsam mit dem Betreuten haben Betreuende die Möglichkeit einzutauchen. In diesen Büchern wird die persönliche Lebensgeschichte festgehalten. Je nach Fähigkeiten, kann der Betreute das Buch – eventuell mit Hilfe des Teams – selbst gestalten, oder ein naher Angehöriger übernimmt dies. Fotos, Zeichnungen und Abbildungen illustrieren das Buch.

"Diese Bücher können insbesondere in Zeiten eingesetzt werden, wenn es jemandem nicht gut geht. Unruhezustände lassen sich verringern, wenn es gelingt, Demenzkranke aus dem Jetzt in Zeiten zu entführen, die schön und sicher waren", weiß Betreuungskoordinatorin Regina Kahlbohm. Sie hat im AWO Seniorenzentrum Kenten/Bergheim mit solchen Büchern gute Erfahrungen gemacht. "Sie können trösten, wenn die Traurigkeit Übermacht bekommt, und die geliebten Menschen schmerzlich vermisst werden."

Gerade zu Zeiten der Corona-Krise erlebten Kahlbohm und ihr Team den unschätzbaren Wert der Bücher: "Als es zum Besuchsverbot kam, haben wir nahezu allen Angehörigen Vorlagen geschickt, die bisher kein Buch angefertigt hatten. Die Rücklaufquote war sehr hoch, und es sind unglaublich schöne Werke entstanden."

Welche Inhalte sich in der Praxis bewährt haben, und wie die Gestaltung so einfach wie möglich gelingt, steht in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren. Sie kennen die Zeitschrift noch nicht? Dann sichern Sie sich Ihr kostenloses Probeexemplar.

Weitere Ideen zur Biografiearbeit und vielen anderen Themen gibt es in der Ideendatenbank von AktivierenPlus. Abonnenten haben nach einmaliger Registrierung automatisch Zugriff.

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