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Wissenschaftler kritisieren Fehlversorgung

Demenzerkrankte bekommen zu häufig Antipsychotika statt Antidementiva

01.11.2018
Menschen mit Demenz bekommen viel zu häufig Antipsychotika statt Antidementiva verabreicht. Das haben jetzt Forscher der Universität Bremen ermittelt.

<paragraph align="right">Foto: Krüper</paragraph>

Menschen mit Demenz bekommen viel zu häufig Antipsychotika statt Antidementiva verabreicht. Das haben jetzt Forscher der Universität Bremen ermittelt.

Foto: Krüper

Menschen mit Demenz bekommen seitens des Pflegepersonals häufig nur Beruhigungsmittel statt der eigentlich angebrachten Antidementiva verabreicht. Das hat das Socium-Forschungszentrum der Universität Bremen im Rahmen einer Studie in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse (TK) festgestellt.

Dabei sei vor allem bei der Anwendung von Antipsychotika bei Menschen mit Demenz das erhöhte Risiko eines vorzeitigen Todes seit vielen Jahren bekannt, so Studienleiter Prof. Dr. Gerd Glaeske, Co-Leiter der Socium-Abteilung "Gesundheit, Pflege & Alterssicherung". Solche Arzneimittel, zu denen auch noch Tranquilizer und Schlafmittel hinzukämen, stellten zwar die Menschen ruhig und bedeuteten daher für das Personal weniger Pflegeaufwand im Sinne von "satt, sauber, ruhig". Sie seien aber keine Mittel, die ein menschenwürdiges Leben für Alzheimerpatienten fördern. Das sei eine gravierende Fehlversorgung und lasse sich nicht mit medizinischen Leitlinien erklären, so Glaeske: "Hier liegt der Verdacht nahe, dass demente Menschen einfach ruhiggestellt werden, statt sie richtig zu behandeln."

Im Ungang mit Demenzerkrankten seien andere Maßnahmen notwendig, wie etwa eine aktivierende Pflege, mit der die Alltagsfähigkeiten der betroffenen Menschen möglichst lange erhalten bleiben sollen. "Eine Arzneimitteltherapie soll nutzen und nicht schaden – dies scheint aber bei der viel zu häufigen Anwendung von Neuroleptika für Menschen mit Alzheimerdemenz vergessen zu werden", so Glaeske.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) hat den Vorwurf der Fehlversorgung von Menschen mit einer Alzheimerdemenz durch Pflegekräfte hingegen zurückgewiesen. "Behauptungen, Pflegebedürftige würden mit Medikamenten traktiert, um Zeit zu sparen, sind falsch und unsinnig", so bpa-Präsident Bernd Meurer. Nicht die Pflegeheime und ihre Beschäftigten, sondern Ärzte stellten Rezepte und damit Medikationspläne aus, an die sich die Heime strikt hielten. Wenn Wissenschaftler und Krankenkassen zum Verordnungsverhalten von Ärzten forschten, sei es unredlich, bei vermuteten Fehlentwicklungen kurzerhand die Pflegeheime zu verdächtigen. Die Vorwürfe gegen Mitarbeitende in Pflegeheimen seien konstruiert, sagte Meurer.

Für die Studie, ein Sonderkapitel des "Innovationsreports 2018", wurden Verordnungsdaten der TK ausgewertet. Demnach bekommen 14 Prozent der TK-Versicherten mit Demenz ausschließlich ein Antidementivum. Neun Prozent werden sowohl mit einem Antidementivum als auch mit einem Beruhigungsmittel behandelt. Rund ein Viertel erhält ausschließlich ein Antipsychotikum. Die Hälfte der Patienten bleibe unbehandelt, heißt es.

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