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Patientenschützer kritisiert fehlende Hilfen für Demenzkranke

Demenzsensible Versorgung derzeit nicht möglich

28.09.2020
Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, wirft der Politik vor, nur alten Wein in neuen Schläuchen zu servieren. 
Foto: Deutsche Stiftung Patientenschutz

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, wirft der Politik vor, nur alten Wein in neuen Schläuchen zu servieren.
Foto: Deutsche Stiftung Patientenschutz

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz wirft der Politik vor, kein Konzept zur Verbesserung der Situation von Demenzkranken und Angehörigen zu haben.

"'Leuchtturm-Projekt', 'Allianz für Menschen mit Demenz' und 'Nationale Demenz-Strategie' - seit unzähligen Jahren wird der gleiche Inhalt nur immer wieder neu verpackt", sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Die Bundesregierung und verschiedene Partner aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft hatten am 23. September den Startschuss für die Umsetzung einer "Nationalen Demenzstrategie" gegeben. Vorgesehen sind Verbesserungen bei der Beratung, zusätzliche Unterstützung für Betroffene und Angehörige und mehr Forschung. 1,6 Millionen Menschen sind in Deutschland von Demenz betroffen. Brysch kritisierte, bei den Patienten würden viel zu häufig Psychopharmaka falsch eingesetzt. "Das führt oft zu schweren Nebenwirkungen. Folgen sind vermehrte Stürze, Schlaganfälle oder Thrombosen." Ebenso unterdrückten diese Medikamente Freude und Trauer. Mit der aktuellen Zahl an Altenpflegekräften sei zudem eine demenzsensible Versorgung nicht möglich. Brysch erneuerte seine Forderung nach einem steuerfinanzierten Pflegezeitgeld für pflegende Angehörige - eine staatlich finanzierte Lohnersatzleistung ähnlich dem Elterngeld. Außerdem seien Krankenhäuser für Demenzpatienten gefährliche Orte. "Deshalb benötigen diese Menschen die Garantie einer professionellen Begleitperson in den Kliniken."
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz versteht sich als "Sprecherin der schwerstkranken, schwerstpflegebedürftigen und sterbenden Menschen".

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