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Flüchtlinge in der Pflege

Essener Verband ruft nach einem "Spurwechsel"

07.08.2018
Rauf auf ein anderes Gleis: Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) ruft nach einem "Spurwechsel", was den Umgang mit Flüchtlingen betrifft, die eine Pflegeausbildung machen und dennoch angeschoben werden sollen.

<paragraph align="right">Foto: Archiv</paragraph>

Rauf auf ein anderes Gleis: Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) ruft nach einem "Spurwechsel", was den Umgang mit Flüchtlingen betrifft, die eine Pflegeausbildung machen und dennoch angeschoben werden sollen.

Foto: Archiv

Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) mit Sitz in Essen hat vor wenigen Tagen die Initiative "Spurwechsel" gestartet. In Anbetracht sich häufender Fälle von Flüchtlingen, die eine Ausbildung zur Pflegekraft begonnen haben und gleichzeitig von Abschiebung bedroht sind, ruft er nach einer Gesetzesänderung.

Das Schlagwort "Spurwechsel" würde nach Lesart des Verbandes bedeuten, dass ein Mensch, der als Asylbewerber nach Deutschland kommt, im Falle eines Scheiterns seines Asylantrags unmittelbar in ein "Arbeitsmigrationsverfahren" für Berufe mit Fachkräftemangel wechseln kann.  "Das ist eine Möglichkeit, die derzeit gesetzlich schlicht und einfach nicht vorgesehen ist", sagt bad-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kapp.

"Wir fordern schon seit Längerem ein neues Einwanderungsgesetz, das die Ausbildungs- und Arbeitsmigration im Bereich der Pflege verbessert, erleichtert und beschleunigt", meint Kapp. Im Rahmen eines solchen Gesetzes sollte ihrer Meinung nach auch die Frage eines möglichen "Spurwechsels" angedacht werden. Konkret wünscht sich der bad gesetzliche Rahmenbedingungen, "die es den Behörden ermöglichen, bei jenen abgelehnten Asylbewerbern von einer Abschiebung abzusehen, wenn diese die qualitativen Anforderungen erfüllen, um dem Fachkräftemangel – insbesondere in der Pflege – zu begegnen".

"Wer die Abschiebung von Pflegekräften kritisiert, sollte diese Maßnahme nicht vorrangig den ausführenden Behörden anlasten, sondern den rechtlichen Rahmenbedingungen, die der Gesetzgeber bislang vorgibt", so Kapp, "will man am Status quo etwas verändern, dann bedarf es einer Gesetzesänderung."

Der bad nimmt in seiner Initiative unter anderem Bezug auf Rolanda Lamnica aus Albanien, die seit knapp drei Jahren in Deutschland lebt und eine pflegerische Ausbildung beim Caritas-Verband Düsseldorf begonnen hatte. Nachdem ihr Asylantrag kürzlich abschlägig beschieden wurde, musste ihr Ausbildungsbetrieb den Vertrag kündigen  Die junge Frau kann nunmehr jederzeit abgeschoben werden.Eine von der Caritas in Düsseldorf initiierte Online-Petition soll dies verhindern helfen (wir berichteten am 23. Juli)

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