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Fachtag Demenz und Sterben

Ethikzirkel: wichtiges Instrument, doch kein Allheilmittel

07.12.2018
<paragraph align="left">Versorgen Angehörige einen Demenzbetroffenen heimlich mit Leckereien, die ihm Schluckprobleme bereiten, ist abzuwägen, ob es auch ein &quot;Recht auf Ersticken&quot; gibt.</paragraph>
<paragraph align="right">Foto: Werner Krüper</paragraph>

Versorgen Angehörige einen Demenzbetroffenen heimlich mit Leckereien, die ihm Schluckprobleme bereiten, ist abzuwägen, ob es auch ein "Recht auf Ersticken" gibt.

Foto: Werner Krüper

Hinter vielen scheinbar nur ethisch zu lösenden Problemen steckten oft mangelnde personelle und organisatorische Ressourcen in den Institutionen, gab Diakon Deyerl, Leiter der Fachstelle Hospizarbeit und Palliative Care bei der Rummelsberger Diakonie, kürzlich beim 13. Fachtag Demenz und Sterben in Nürnberg zu bedenken.

Daher seien Ethikzirkel nur ein Instrument von vielen. Beachtet werden müssten immer auch die gegebenen Umstände, so der Ethikexperte. Das verdeutlichte er, so die Pressemeldung der Diakonie, an einem Beispiel aus dem Heimalltag:

Ein dementer älterer Herr hat in dem Beispiel vom Hausarzt und dem Logopäden massive Einschränkungen beim Schlucken diagnostiziert bekommen und darf nur über eine Magensonde ernährt werden. Würde er normal essen, so die Einschätzung der Experten, würde er höchstwahrscheinlich früher oder später dabei ersticken. Die Ehefrau des Seniors aber versorgt ihn heimlich mit Leckereien von zuhause: Milchreis, Apfelmus, was er früher immer gern aß. Eines Tages bekommt eine Pflegekraft das mit. Damit wird das Ganze ein Fall für den Ethikzirkel im Haus: Denn offenkundig genießt der Mann den Geschmack der Süßspeisen sehr. Doch wenn er daran sterben kann? "Was ist Ihr Bauchgefühl?", fragte Deyerl bei der Veranstaltung in die Runde. "Wenn es ihm doch schmeckt, das ist ja auch Lebensqualität", meinte eine Teilnehmerin. "Und wenn er qualvoll erstickt? Wer übernimmt die Verantwortung?", entgegnete ein anderer.

So kam die Arbeitsgruppe einer ethischen Bewertung des Falles auf die Spur – und merkte schnell, wie schwer die Abwägung fällt. Ein Ethikzirkel entscheidet am Ende nicht, sondern gibt eine Empfehlung an die Person, die als Bevollmächtigte den Willen des Bewohners vertritt. In diesem (reellen) Fall hatte das Votum abschließend gelautet: Im Zweifelsfalls habe der Mann das Recht, zu ersticken. Deyerl gab den Mitgliedern der Arbeitsgruppe aber auch die Warnung mit: "Ethikzirkel sind kein Allheilmittel."

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