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Landespflegekammer Rheinland-Pfalz

"Mehr Tests dürfen nicht zu Nachlässigkeit führen"

19.10.2020
Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, mahnt, trotz vermehrter Tests alle anderen Sicherheitsmaßnahmen weiter zu befolgen.

Foto: Pflegekammer Rheinland-Pfalz

Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, mahnt, trotz vermehrter Tests alle anderen Sicherheitsmaßnahmen weiter zu befolgen.

Foto: Pflegekammer Rheinland-Pfalz

Ein Referentenentwurf sieht den Ausbau von Covid-19-Tests in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vor. "Hohe Testquoten sind zu begrüßen, dürfen uns aber nicht in falscher Sicherheit wiegen", mahnt die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

"Seit Beginn der Coronakrise spricht sich die Landespflegekammer für regelmäßige Testungen in Krankenhäusern, ambulanten Pflegeeinrichtungen und Pflegeheimen aus. Daher freuen wir uns über die neue Initiative des Bundesgesundheitsministeriums, mit der die Zahl der Tests auf SARS-CoV-2 ausgebaut werden soll. Klar ist aber auch, dass Testungen nicht zu einer trügerischen Sicherheit führen dürfen. Denn bei einem mit dem Virus infizierten Menschen kann weiterhin das Risiko bestehen, dass schwere Erkrankungsfolgen auftreten", so Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz. Letztlich müsse auch immer von einer Latenzzeit ausgegangen werden, bis zu der ein Test anschlägt. Das sei vor allem heikel, da in den Test-Retest-Perioden Übertragungen nicht auszuschließen sind. Mehr Testungen in systemrelevanten Bereichen seien daher immer zu befürworten. Diese müssten dann aber fachgerecht, regelmäßig und je Einrichtung beispielsweise testkohortenbezogen durchgeführt werden. "Ansonsten laufen wir Gefahr, dass die Maßnahmen nicht ihre vollen Wirkmöglichkeiten entfalten und zudem noch für die Pflege und weitere Bereiche wichtige Finanzmittel nicht angemessen eingesetzt werden", so Mai weiter.

"Als eine Möglichkeit könnte ich mir 'kohortenbezogene' Testregime vorstellen, sodass täglich immer nur ein Teil der gesamten Betroffenengruppe einer Einheit getestet wird. Dies hätte zur Folge, dass täglich in jeweils gleichen Abteilungen bei wechselnden Personen Abstriche gemacht und diese gegebenenfalls wöchentlich wiederholt werden. Natürlich würde dies zu einem organisatorischen Zusatzaufwand führen", erklärt Mai. Die Bundesländer seien nun aufgefordert, die entsprechenden Rahmenvorgaben zu schaffen, damit möglichst schnell auch Handlungssicherheit für die Mitglieder bestehe. Neben den Testungen seien die Sicherheitsmaßnahmen wie Abstand, Maske, Händehygiene und in geschlossenen Räumen regelhaftes Lüften von entscheidender Bedeutung.

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