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Pflegekammer Niedersachsen beklagt

"Regelmäßige Corona-Tests für Pflegende nicht in Sicht"

03.08.2020
"Müssen Pflegebeschäftigte jetzt erst in ein Risikogebiet fliegen, um einen Corona-Test zu bekommen?", fragt Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann hinsichtlich der Test-Situation für medizinisches Personal. Foto: Daniel Hermann

"Müssen Pflegebeschäftigte jetzt erst in ein Risikogebiet fliegen, um einen Corona-Test zu bekommen?", fragt Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann hinsichtlich der Test-Situation für medizinisches Personal. Foto: Daniel Hermann

Obwohl die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen laut Robert Koch-Institut (RKI) wieder deutlich gestiegen ist, sind regelmäßige Test für medizinisches Personal nicht vorgesehen. Die Pflegekammer Niedersachsen äußert in einer Pressemitteilung ihr Unverständnis darüber.

"Müssen Pflegebeschäftigte jetzt erst in ein Risikogebiet fliegen, um einen Corona-Test zu bekommen?", hinterfragt die Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann die gegenwärtige Situation scharf. Grundsätzlich könnten Beschäftigte in Pflegeheimen und Pflegediensten getestet werden, auch wenn sie keine Symptome aufweisen. Den Weg dafür habe die Ende Mai von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgestellte Testverordnung freigemacht. "Wir haben schon vor Monaten gefordert, dass Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen regelmäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden sollen", sagt Klarmann. Bis heute sei noch nichts passiert. Natürlich böte ein Test keine hundertprozentige Sicherheit. Angesichts der besonders gefährdeten Personengruppen in Alten- und Pflegeheimen und der wieder steigenden Infektionszahlen sei es jedoch sinnvoll, häufiger und vor allem regelmäßig zu testen, so Klarmann.

Vorreiter für regelmäßige Corona-Tests sei die Fußballbundesliga gewesen. Nach den erschütternden Berichten aus Schlachtbetrieben seien auch dort regelmäßige Tests eingeführt worden. Jetzt seien es Urlauber, die aus Risikogebieten zurückkommen. Die Rechnung bezahle die Allgemeinheit. "Für die Kosten sollten die Rückkehrenden aus Risikogebieten selbst aufkommen. Dann wäre vielleicht auch mehr Geld für Tests für medizinisches Personal vorhanden", moniert Nadya Klarmann 30. Juli in Hannover. Um regelmäßige Tests für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen werde sich weiter gedrückt, so Klarmann. Dabei sei der Ausbruch von Covid-19 in Alten- und Pflegeheimen besonders verheerend. Eine Studie der Universität Bremen habe gezeigt, dass Pflegebedürftige am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen sind. 60 Prozent der Verstorbenen seien Menschen, die in Pflegeheimen oder von Pflegediensten betreut werden. In ambulanten Pflegediensten sei der Anteil an infizierten Mitarbeitenden laut Studie doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung, in stationären Einrichtungen sogar sechsmal so hoch.

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