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Anhörung im Gesundheitsausschuss

Reichlich Ärger um Ausbildungs- und Prüfungsverordnung

25.06.2018
Werden Altenpfleger künftig am Ende der Ausbildung weniger qualifiziert sein als andere Pflegefachpersonen? Viele Experten in der Pflege treibt genau diese Sorge um.

<paragraph align="right">Foto: imago</paragraph>

Werden Altenpfleger künftig am Ende der Ausbildung weniger qualifiziert sein als andere Pflegefachpersonen? Viele Experten in der Pflege treibt genau diese Sorge um.

Foto: imago

Anlässlich der am 25. Juni im Gesundheitsausschuss des Bundestages stattfindenden Anhörung zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PflAPrV) für die Pflegeberufe haben zahlreiche Verbände und Organisationen den vorliegenden Referentenentwurf kritisiert. Sie alle sorgt die darin durchschimmernde Abwertung der Altenpflege.

Das Niveau der Altenpflegeausbildung sei abgesenkt und damit fast an das Niveau einer Assistentenausbildung gerückt worden, moniert etwa der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe (DBR). Im Entwurf seien die Anforderungen an die Beherrschung des Pflegeprozesses abgespeckt worden, so die DBR-Vorsitzende Gertrud Stöcker. Dabei werde verkannt, dass schon die Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, die jetzt eine vorbehaltene Aufgabe aller Pflegefachpersonen werden soll, das A und O für die weitere Gestaltung des Pflegeprozesses ist. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum hier Altenpfleger weniger qualifiziert sein sollen als die anderen Pflegefachpersonen", so Stöcker. Ebenso wenig sei nachvollziehbar, warum gerade in der Altenpflege weniger kommunikative Kompetenzen der Pflegefachpersonen erforderlich sein sollen als in der sonstigen Pflege. Das alles sei "nicht nur rückwärtsgewandt", sondern könne auch "kontraproduktive Wirkungen nicht nur in der Versorgung, sondern auch in der Berufswahl erzeugen".

In die gleiche Kerbe haut  Christine Vogler, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Pflegerats (DPR) und stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundesverbandes für Lehrende in den Gesundheit- und Sozialberufen (BLGS). Laut Referentenentwurf werde die Altenpflege zum Assistenzberuf degradiert: "Eine Gleichwertigkeit der Altenpflege – das gibt es nun nicht mehr. Dabei war gerade sie unser zentrales Anliegen im Kampf für die Generalistik."

Ärger auch beim Deutschen Caritasverband. Es sei "keinesfalls hinnehmbar", wenn sich in den Regierungsplänen das Niveau der Fähigkeiten der spezialisierten Altenpflege im dritten Jahr teilweise drastisch vom Niveau der generalistischen Ausbildung und der Spezialisierung in der Kinderkrankenpflege unterscheide. "Wer die Tätigkeit in der Altenpflege und ihr Image gegenüber anderen Einsatzfeldern der Pflege abwertet, wird dem Altenpflegeberuf nicht gerecht und riskiert, dass Pflegekräfte ins Krankenhaus abwandern", so Caritas-Präsident Peter Neher.

Nicht minder empört zeigt sich der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD). Durch die "drastische Niveauabsenkung für das Berufsfeld Altenhilfe", so der VKAD-Vorsitzende Hanno Heil, werde "das Ziel des Pflegeberufereformgesetz, nicht zuletzt die Steigerung der Attraktivität der Altenpflege, ad absurdum geführt".

Unmut auch bei der Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland (ADS). "Eine Ausbildung zur Altenpflegerin mit so eingeschränkter Fachlichkeit dequalifiziert die Altenpflege – als pflegerisches Berufsfeld und als Beruf gleichermaßen", kritisiert die ADS-Vorsitzende Ulrike Döring die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.

"Offensichtlich haben sich die Interessen der kommerziellen Pflegekonzerne durchgesetzt", kritisiert Sylvia Bühler, Mitglied im Bundesvorstand, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (verdi), "nur so lässt sich erklären, dass nach dem vorliegenden Entwurf das Ausbildungsniveau für den Berufsabschluss als Altenpflegerin deutlich abgesenkt werden soll." Die Arbeitgeber verfolgten offenbar den Plan, "die Altenpflege so billig wie möglich zu machen und weniger Fachkräfte einzusetzen".

Widerspruch gibt es auch aus dem Bereich der Pflegewissenschaft. "Angesichts der massiven Probleme in der Gesundheitsversorgung – kaum ein Tag vergeht ohne Schlagzeilen über die Pflege in Deutschland – kann das Absenken der Ausbildungsqualität nicht die richtige Antwort sein", meint Prof. Dr. Anne Friedrichs, Präsidentin der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum, "wie demotivierend muss es für einen jungen Menschen sein, der mit einer guten schulischen Ausbildung in den Pflegeberuf gehen möchte, immer wieder zu  hören, dass er diese Qualifikation gar nicht benötigt?"

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