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Niedersachsen

Weiterhin Wirbel um die Pflegekammer

07.01.2019
Das Lächeln dürfte ihnen ob der zunehmenden Kritik von allen Seiten zurzeit ein wenig schwerfallen: Sandra Mehmecke (links), Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, und Landessozialministerin Carola Reimann (SPD).

<paragraph align="right">Foto: Vincentz</paragraph>

Das Lächeln dürfte ihnen ob der zunehmenden Kritik von allen Seiten zurzeit ein wenig schwerfallen: Sandra Mehmecke (links), Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, und Landessozialministerin Carola Reimann (SPD).

Foto: Vincentz

Der Wirbel um die Pflegekammer Niedersachsen geht weiter. Nachdem sich zahlreiche Pflegekräfte über die Höhe der Mitgliedsbeiträge empörten und sogar eine Online-Petition zur Auflösung der Kammer an den Start ging (wir berichteten), melden sich nun zunehmend auch Verbände, Organisationen und Parteien zu Wort.

Der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter etwa hält die Errichtung der Landespflegekammer in Niedersachsen weiterhin für den "richtigen Schritt, um das Berufsbild und das Image der Pflege zu stärken". Das Vorgehen der Pflegekammer gegenüber ihren Mitgliedern zum Thema Beitragserhebung jedoch stößt beim Verband auf deutliche Kritik – es habe "zu einem hohen Vertrauensverlust bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt, der unbedingt nachhaltig ausgeräumt werden muss". Landesvorstand Hannes Wendler erwartet deshalb von den Verantwortlichen der Kammer "eine sofortige Aufklärung und Richtigstellung gegenüber den Mitgliedern - und eine Kommunikation auf Augenhöhe. Der Vorstand der Pflegekammer und die Politik müssen schnellstmöglich handeln, damit die Arbeit der Pflegekammer in die wünschenswerte Richtung läuft und Vertrauen aufgebaut werden kann".

Die Landesgruppe Niedersachsen des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) spricht in Bezug auf die Vorkommnisse bei der Landespflegekammer von "Chaos" und fordert von der niedersächsischen Sozialministerin Carola Reimann (SPD) Maßnahmen, um die Verunsicherung der Pflegefachkräfte zu stoppen. "Ohne Änderung des derzeitigen Pflegekammerkonzeptes wird der Pflegeberuf noch unattraktiver und die Personalnot noch größer werden", so Ricarda Hasch, Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Niedersachsen.

Auch unter den im Landtag in Hannover vertretenen Parteien macht sich in Sachen Pflegekammer zunehmend Unmut breit. "Es ist offensichtlich, dass es der Kammer an Rückendeckung der eigenen Pflegekräfte fehlt", meint CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer, "im Interesse der Pflegekräfte und auch im Interesse der Kammer braucht es zügige Antworten. Eine Kammer ist kein Selbstzweck." Sylvia Bruns, Gesundheitsexpertin der FDP-Fraktion, sagt: "Es besteht die Gefahr, dass einige der angeschriebenen Pflegekräfte aus Angst vor den angedrohten Strafen oder auch schlicht aus mangelnder Sprachkenntnis den angegebenen Höchstbetrag bezahlt haben, obwohl sie eigentlich viel weniger verdienen."

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