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Hautirritation bei Inkontinenz: So beugen Sie wirksam vor

Foto: Adobe Stock - Robert Kneschke

Mit einer guten Pflege schützen Sie die Haut von Bewohnern auch bei Inkontinenz. Das Ziel ist es, Feuchtigkeit in der Intimregion zu reduzieren und eine intakte Hautflora zu erhalten.

Foto: Adobe Stock - Robert Kneschke


Diese Information wird Ihnen in Zusammenarbeit mit der PAUL HARTMANN AG zur Verfügung gestellt


Bewohner mit einer Inkontinenz sind besonders gefährdet, Hautirritationen zu entwickeln. Denn Feuchtigkeit ist der Hauptrisikofaktor für Entzündungsprozesse im Intimbereich. Hinzu kommen aggressive Substanzen, wie sie zum Beispiel durch den Abbau von Urin oder Stuhl entstehen. Ein besonderes Risiko für Hautirritationen ist eine Doppelinkontinenz, also das gleichzeitige Vorliegen einer Harn- und einer Stuhlinkontinenz. Kommt es durch den andauernden Kontakt mit Urin und/oder Stuhl zu einer lokalen oberflächlichen Entzündung der Haut, spricht man im Fachjargon von einer Inkontinenz-assoziierten Dermatitis, kurz IAD. Eine IAD kann sich dabei sehr schnell, oft innerhalb von ein bis zwei Tagen entwickeln.
Dazu muss es aber nicht kommen. Eine gute Pflege schützt die Haut auch bei Inkontinenz. Das Ziel ist es, Feuchtigkeit in der Intimregion zu reduzieren und eine intakte Hautflora zu erhalten. Mit den folgenden Maßnahmen tragen Sie dazu bei, die Haut Ihrer Bewohner wirksam zu schützen.

1. Fördern Sie die Kontinenz Ihrer Bewohner

Mit jedem erfolgreichen Toilettengang vermeiden Sie den Kontakt der Haut mit Urin und Stuhl und schützen damit die Haut. Die Förderung der Kontinenz, zum Beispiel in Form von Toilettentraining, steht deshalb ganz oben bei der Prävention. Es gibt verschiedene Arten des Toilettentrainings: den angebotenen Toilettengang, das Toilettentraining zu individuellen Zeiten oder den Toilettengang zu festen Zeiten, meist nach einem organisatorisch bedingten Schema. Welche Form Sie wählen, richtet sich nach der Diagnosestellung, aber auch nach den körperlichen und geistigen Fähigkeiten der betroffenen Person. Die fachlichen Grundlagen dazu können Sie dem Expertenstandard "Förderung der Harnkontinenz in der Pflege" (DNQP 2014) entnehmen. Um einen professionellen Umgang mit Inkontinenz in den Pflegeeinrichtungen zu fördern, braucht es Spezialisten. Die PAUL HARTMANN AG unterstützt beispielsweise die Agaplesion Akademie Heidelberg bei dessen 5-tägigen Schulungsangebot zur "Fachkraft Kontinenzförderung". Kontinenzexperten nehmen eine wichtige Funktion in der Pflege wahr. Sie setzen Qualitätsmaßstäbe, schulen und beraten die Mitarbeiter und tragen dadurch zur Umsetzung des Expertenstandards bei.

2. Setzen Sie hautfreundliche Inkontinenzprodukte ein

Auch gute Inkontinenzprodukte schützen die Haut vor Feuchtigkeit. Moderne aufsaugende Hilfsmittel haben im Saugkörper ein Granulat, den sogenannten Superabsorber. Dieser quillt im Kontakt mit Urin auf und bildet ein Gel. Dadurch wird der Urin sicher und schnell ins Innere des Saugkörpers aufgenommen und dort festgehalten, auch unter Druck. So bleibt die Haut trocken und wird bestmöglich vor Feuchtigkeit geschützt. Grundsätzlich können moderne aufsaugende Hilfsmittel über mehrere Stunden und für mehrere Urinabgänge genutzt werden. Dennoch sollten sie mehrmals täglich und nach jeder Stuhlausscheidung so zeitnah wie möglich gewechselt werden.

Einzelne Hersteller von Inkontinenzprodukten haben sich intensiv mit dem Thema Hautgesundheit auseinandergesetzt und bieten Lösungen an, die über das reine Trockenhalten der Haut hinausgehen. So hat beispielsweise die PAUL HARTMANN AG in seinen MoliCare-Produkten eine Technologie verarbeitet, die dafür sorgt, dass die Oberfläche des Produkts einen pH-hautneutralen Wert von 5,5 aufrechterhält. Dieser pH-Wert unterstützt den Säureschutzmantel der Haut und verhindert das Wachstum von Bakterien und Pilzen.
Eine wichtige Rolle spielen zudem die richtige Größe und Saugstärke des Inkontinenzprodukts sowie eine korrekten Anlegetechnik. Welches Produkt am besten geeignet ist, hängt dabei von der Menge der Ausscheidung, der Körpergröße, aber auch der Selbstständigkeit und Mobilität der Betroffenen ab. Manchmal können auch mehrere Hilfsmittel infrage kommen – je nach Aktivität, Situation und Tageszeit. Wenn möglich, sind offene Inkontinenzprodukte zu bevorzugen, zum Beispiel Vorlagen mit Fixierhosen. Diese lassen Luft an die Haut und vermeiden einen Wärmestau.
Grundsätzlich müssen in jeder Einrichtung Inkontinenzhilfsmittel in verschiedenen Größen und Saugstärken vorhanden sein und die Mitarbeiter in der richtigen Auswahl der Hilfsmittel und der korrekten Anlegetechnik geschult werden.

3. Pflegen Sie die Haut besonders sorgsam

Reinigen Sie die Haut von gefährdeten Bewohnern sehr schonend. Wenn Sie Wasser zur Hautreinigung verwenden, sollte dieses nur kühl oder lauwarm sein. Trocknen Sie die Haut nach dem Reinigen behutsam ab. Starkes Rubbeln und Reiben sollten Sie vermeiden. Bettlägerige Bewohner, die sich zur Ausscheidung nicht melden können, sollten Sie besonders gut im Blick haben. Eine schonende Hautreinigung muss unverzüglich nach jeder Stuhlausscheidung erfolgen – aber nicht nach jeder Urinausscheidung.
Verwenden Sie zur Hautreinigung keine Seife. Diese ist alkalisch und verändert den natürlichen pH-Wert der Haut. Nutzen Sie ausschließlich pH-hautneutrale Reinigungsprodukte. Eine Alternative sind vorgefertigte Feuchtreinigungstücher ohne Alkohol oder Konservierungsstoffe/Parfümzusätze. Bedenken Sie, dass die Haut im Alter einen besonderen Schutz erfordert, da sie generell dünner und trockener ist. Verwenden Sie für die Hautpflege deshalb feuchtigkeitsspendende, reichhaltige Produkte. Hierfür eignen sich Pflegeprodukte als Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O d. h. wenig Wasser in viel Öl), möglichst ohne belastende Konservierungs- und allergene Duftstoffe.

Spezielle Hautprotektoren können die Haut effektiv schützen, indem sie den Kontakt zwischen Haut und Ausscheidung reduzieren. Sie sind als Sprays, Cremes oder imprägnierte Tücher erhältlich. Verwenden Sie vorzugsweise Produkte, die keine farbliche Hautveränderung bewirken oder die Saugkraft der Hilfsmittel einschränken. Setzen Sie Hautprotektoren gezielt ein, zum Beispiel bei dünnflüssigem oder häufigem Stuhlgang.

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