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09. Apr 2021 | Ausbildung

Verbände kritisieren Schließung von Pflege-Fakultät

Die Kritik an der Schließung der pflegewissenschaftlichen Fakultät an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) nimmt zu. Die katholische Hochschule in freier Trägerschaft im Rang einer Universität gilt als Leuchtturm der Pflegewissenschaft in Deutschland. „Die Schließung ist ein herber Schlag für die weitere Entwicklung der Pflegewissenschaft in ganz Deutschland“, sagte Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK).

Pflegewissenschaft wird in den derzeit leeren Vorlesungsräumen der PTHV in zwei bis drei Jahren nicht mehr gelehrt werden.
Foto: PTHV

Im internationalen Vergleich sei Deutschland jetzt schon beim Grad der Akademisierung der Pflege ein Entwicklungsland, kritisierte Bienstein. Die neue Landesregierung in Rheinland-Pfalz, aber auch die Bundesministerien für Bildung und Forschung und für Gesundheit seien aufgerufen, Fördermöglichkeiten zum Erhalt der einzigartigen Fakultät zu prüfen.

Deutliche Kritik kam auch von der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB). Die Schließung sei eine Mahnung an die Politik, die hochschulische Bildung nachdrücklicher voranzutreiben und zu priorisieren. Eine deutlich verbesserte finanzielle Ausstattung der pflegewissenschaftlichen Forschung und Lehre im Freistaat hält die VdPB dabei für unerlässlich. „Wer neue Studiengänge etablieren will, muss sie solide finanzieren, und zwar sowohl die theoretischen als auch die praktischen Anteile“, sagte VdPB-Vizepräsidentin Agnes Kolbeck.

Als Begründung für die kurz vor Ostern verkündete Schließung der pflegewissenschaftlichen Fakultät hatte die Hochschule in Vallendar die finanzielle Lage angeführt. Konkret würden pro Jahr rund 1,5 Millionen Euro fehlen, sagte am Donnerstag Geschäftsführerin Prof. Dr. Julia Sander. Versuche Partner zu finden, seien gescheitert. Studierende an der Hochschule zahlen Studiengebühren von durchschnittlich 340 Euro monatlich. „Wir müssten 500 vollzahlende Studierende haben, um die Kosten zu decken“, sagte Sander. Aktuell gebe es etwa 80 vollzahlende Studierende. Ein konkreter Plan zur Abwicklung der Fakultät existiere noch nicht.

Die Fakultät soll in zwei bis drei Jahren schließen. „Es wird für jeden Studenten eine Lösung gefunden“, verspricht Sander. Sander sicherte zu, dass alle bereits eingeschrieben Studierenden ihr Studium abschließen können. Neuaufnahmen werden es allerdings nicht mehr geben. Für zwölf Personen, die im April ihr Promotionsprogramm beginnen wollten, kam die Nachricht kurz vor Ostern völlig überraschend. Sie müssen sich jetzt an anderen Hochschulen bewerben.

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1 Kommentare

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Mr.Snail

13. Apr 2021

"Die neue Landesregierung in Rheinland-Pfalz, aber auch die Bundesministerien für Bildung und Forschung und für Gesundheit seien aufgerufen, Fördermöglichkeiten zum Erhalt der einzigartigen Fakultät zu prüfen." Das heißt im Klartext: Der Steuerzahler soll diese offensichtlich nicht ausreichend nachgefragten Studienplätze finanzieren. Warum? Wer 500 vollzahlende Studenten benötigt, um einen wirtschaftlichen Betrieb einer Fakultät zu ermöglichen aber nur 80 vorweisen kann handelt verantwortungsvoll, wenn er schließt. Der Steuerzahler sollte in unserem Land nur mit Bedacht zur Kasse gebeten werden und auch nur für Projekte welche sich lohnen.

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