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18. Mai 2021 | Personal

Kommt Vollzeitkraft auf 3.300 Euro monatlich?

Der durchschnittliche Bruttolohn für vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in Pflegeheimen ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in den vergangenen zehn Jahren um 38,6 Prozent gestiegen. Der Anstieg bei Fachkräften in Altenheimen lag im selben Zeitraum bei 32,8 Prozent. Damit verdienen vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in Pflegeheimen durchschnittlich 3.363 Euro. In Altenheimen kamen Fachkräfte auf durchschnittlich 3.291 Euro.

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Für viele Beschäftigte in der Altenpflege kaum zu glauben, dass das Gehalt in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel angestiegen sein soll.
Foto: AdobeStock/DDRockstar

Doch kann das stimmen? Gemäß Gehaltstabelle der AVR Diakonie Deutschland liegt der Verdienst beispielsweise in der Entgeltgruppe 7 in der Stufe 2 bei rund 3.350 Euro monatlich. Bei der Caritas verdienen Beschäftigte mit 2.890 Euro weniger, etwa so viel wie Altenpflegerinnen und Altenpfleger mit gleicher Erfahrungsstufe im öffentlichen Dienst. Mit steigender Berufserfahrung steigt allerdings auch das Gehalt.

Die genannten beispielhaften Bruttolöhne sind an die zugrundliegenden Tarifverträge öffentlicher, kirchlicher oder frei-gemeinnütziger Träger gebunden. Allerdings arbeitet knapp die Hälfte der Altenpfleger und Altenpflegerinnen bei einem privaten Arbeitgeber, wo eine Tarifbindung eher die Ausnahme ist. In der ambulanten Altenpflege sind sogar 58 Prozent der Beschäftigten für einen privates Pflegeunternehmen tätig.

Mit den jetzt vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Pflegelöhnen, bekamen Pflegefachpersonen im vergangenen Jahr erstmals mehr Gehalt überwiesen als Beschäftigte mit vergleichbarer Qualifikation im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor. Allerdings war die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung 2020 stark durch den vermehrten Einsatz von Kurzarbeit im Zuge der Corona-Krise beeinflusst. In der Gesamtwirtschaft legten die Löhne in den vergangenen zehn Jahren nur um 21 Prozent zu.

„Für den ein oder die andere mag es überraschend sein, aber das Lohnplus kam ganz ohne staatlich verordnete Zwangstarife zustande“, sagte Rainer Brüderle, Präsident des bpa Arbeitgeberverbandes. Für höhere Löhne brauche es daher keinen staatlichen Bürokratismus, wie ihn derzeit die Große Koalition in unterschiedlichster Form plane.

Die Ergebnisse zur Entwicklung der Bruttomonatsverdienste basieren auf der vierteljährlichen Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes. Für die Analyse der Verdienste werden Leistungsgruppen gebildet, die eine grobe Abstufung der Arbeitnehmertätigkeiten nach dem Qualifikationsprofil des Arbeitsplatzes darstellen.

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Es gibt sie: Die zufriedenen und engagierten Pflegekräfte, die Freude an ihrem Beruf haben. Trotz berechtigter Kritik an den Rahmenbedingungen. Doch was ist eigentlich das Schöne am Pflegeberuf? Ursula Beckmann lässt Altenpflegerinnen und Altenpfleger selbst zu Wort kommen. Entstanden ist ein Buch, das die positiven Seiten des Berufes zeigt. Es bietet Unterstützung und Motivation, wenn eine Durststrecke zu überwinden ist. Es hilft, Stress zu bewältigen und neue Perspektiven zu entwickeln.

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1 Kommentare

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Mr.Snail

19. Mai 2021

Ja, auch gute Nachrichten können stimmen. Für alle Skeptiker welche stets nach Gewerkschadten, dem Arbeitsmisister und allen möglichen Sozialverbänden rufen: Der Arbeitsmarkt heißt so, weil es ein Markt ist. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Deshalb steigen die Löhne auch in der Altenpflege. Sie werden auch garantiert weiter steigen, ganz ohne Verdi die Linkspartei oder Berufsverbände. Das ist wirklich eine gute Nachricht. Unsere soziale Marktwirtschaft funktioniert. Der Staat darf lediglich nicht das Angebot überdehnen. Wer für Kinder Krippenplätze, Kindergartenplätze, Ganztagsbetreuung verspricht und für Senioren eine ambulante Betreuung + Tagespflege sowie auf Wunsch ab Pflegegrad zwei einen Platz in einer Senioreneinrichtung muss vorher überlegen, ob er das geld ud vor allen das Personal dafür hat. Ist das nicht der Fall gibt es Probleme - und die haben wir bereits. Was lernen wir daraus? Die Probleme gehen oft auf ein politisches Konto.

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