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02. Jun 2021 | Ausbildung

Ein Drittel der Pflegeheime bildet nicht aus

Es gibt beträchtliche Lücken bei der Ausbildung von Pflegefachpersonen, insbesondere in der Altenpflege. Viele Alten- und Pflegeheime bilden nicht aus.

Praxisanleitung, Ausbildung, Foto_Werner_Krüper
Auszubildende in der Altenpflege lernen, den Blutdruck richtig zu messen.
Foto: Werner Krüper

Ende 2019 beschäftigten nur rund 9.600 von 15.400 Pflegeheimen Auszubildende oder Umschüler, wie einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag zu entnehmen ist, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

Nach Berechnung der Linken-Pflegeexpertin Pia Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, bildeten somit nur 62 Prozent der Alten- und Pflegeheime aus. Laut Bundesregierung waren Ende 2019 in den Pflegeheimen rund 57.000 Auszubildende und Umschülerinnen und Umschüler beschäftigt.

„Noch immer bilden zu wenig Einrichtungen aus, obwohl jetzt alle Heimbewohnerinnen und -bewohner Ausbildungsumlage zahlen und diese steigt“, kritisierte Zimmermann gegenüber der dpa. Ab 2023 würden generalistisch ausgebildete Pflegefachpersonen die Fachschulen verlassen, so die Linke-Politikerin. „Damit wird sich der Personalmangel in der Altenpflege potenzieren.“

Passend zum Thema: NRW: Lehrkräftemangel gefährdet Pflegeausbildung

Im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege sollen die Ausbildungszahlen und der ausbildenden Einrichtungen bis 2023 im Bundesschnitt um zehn Prozent zulegen. Laut einem Zwischenbericht zur Konzertierten Aktion Pflege vom vergangenen Jahr zeigten sich jedoch negative Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Während durch die Corona-Pandemie einerseits eine hohe Aufmerksamkeit für die Pflege ausgelöst wurde, hat diese andererseits die Möglichkeiten der Pflegeeinrichtungen zur aktiven Werbung von Auszubildenden in 2020 stark reduziert“, hieß es in dem Papier.

Die Entwicklung der Ausbildungszahlen in den Bundesländern ist unterschiedlich. Bayern und Sachsen-Anhalt hätten eine deutliche Steigerung der Ausbildungszahlen gegenüber dem Vorjahr bestätigt - um rund 10 Prozent beziehungsweise 11,6 Prozent. Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gingen von einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr aus. In Berlin, Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen zeichnete sich eine rückläufige Entwicklung ab.

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