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23. Jun 2021 | Ausbildung

Pflegeschule in Not: Die Kehrseite der Generalistik

Die generalistischen Pflegeausbildung bringt vor allem kleine Altenpflegeschulen auf dem Land in Bedrängnis, berichtet die Pflegeschule Schramberg (Baden-Württemberg), die nach mehr als 30 Jahren den Ausbildungsbetrieb in der Altenpflege einstellen muss.

Altenpflegeschulen im ländlichen Bereich haben teilweise Schwierigkeiten, die Klassenzimmer zu füllen.
Foto: Werner Krüper

Für Pflegeschulen auf dem Land sei es durch den fehlenden Nachwuchs allgemein schwer, die Schulklassen zu füllen, erklärt Schulleiter Axel Rombach. Die Pflegeschule Schramberg habe deshalb bislang angehende Pflegehilfs- und -fachpersonen im ersten Jahr gemeinsam beschult. Seit der Pflegeberufereform sei das nicht mehr möglich.

„Wir müssten jetzt für Fach- und Hilfskräfte jeweils eine Schulklasse anbieten. Und zwei Klassen kriegen wir schlichtweg nicht voll“, so Rombach. Das gelinge großen, vorrangig bei den Krankenhäusern angesiedelten Trägern eher als kleinen Trägern in der Altenhilfe. Auch enthalte die neue Ausgestaltung der Ausbildung zu viele Elemente der Krankenpflege, die eine bislang auf Altenpflege spezialisierte Pflegeschule kaum ohne Qualitätseinschnitte anbieten könne.

Passend dazu: Ein Drittel der Pflegeheime bildet nicht aus

„Das soll keine Kritik an der Generalistik an sich sein“, betonte Rombach. Er hoffe aber darauf, dass von politischer Seite bei einer Evaluation der generalistischen Ausbildung die Situation kleiner Pflegeschulen auf dem Land mitbedacht werde.

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2 Kommentare

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Gans Agatha (Cha-cha-cha)

28. Jun 2021

Herr Rombach hat vollkommen recht. Ländliche ehemalige Altenpflegeschulen sind die Verkierer der Generalistik. Sie haben einen wesentlich höheren Aufwand um Kooperationen zu knüpfen (Pädiatrie, Psychiatrie, Akutpflege) und bekommen dies bei kleinerer Schülerzahl nicht honoriert. Sie bekommen keine Unterstützung dabei, sind sie doch auf allgemeinbildende Schulen sowie Kitas angewiesen. Diese müssen in der Praxisanleitung engmaschig begleitet werden. Klassische Pädiatrien kennen dies bereits. Ebenso werden Mietkosten nicht voll übernommen sondern nur Anteilig zu den PflBG-Schülern. Krankenpflegeschulen genießen hier weiterhin einen sehr ungerechten Vorteil, da diese bereits keine Mietkosten zu tragen haben (Krankenhausfinanzierungsgesetz) - Diese weiterhin bestehende Ungerechtigkeit ist kaum zu ertragen! Gruß an Herrn Westerfellhaus! Wenn gerecht - dann bitte gleich!

Mr.Snail

24. Jun 2021

Ich bin ein Freund der generalistischen Ausbildung. Ja, es ist gerade für Einrichtungen der Altenhilfe nicht einfach, die ganze Bürokratie und den Aufwand bei der Begleitung der Auszubildenden zu stämmen. Einfach ist es aber auch für die zumeist jungen Menschen nicht. Im ländlichen Raum entstehen durch die unzähligen Praxistationen erhebliche Fahrtwege oder die Notwendigkeit einer Unterkunft vor Ort. Das macht die Ausbildung nicht attraktiver, überfordert sehr junge Auszubildende und verstäkt den Trend in die Großstadt. Hier müssen sich die Unternehmen ganz schön ins Zeug legen - und ausbilden sowieso.

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