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01. Jul 2021 | Corona

Sterblichkeit in Altenheimen deutlich angestiegen

Während der Corona-Pandemie sind deutlich mehr Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen gestorben als in den Vergleichszeiträumen der Vorjahre. Darauf weist der am Dienstag vorgestellte Pflegereport 2021 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hin.

Die vermehrten Sterbefälle in der Altenpflege sind auch an den Pflegenden nicht spurlos vorübergegangen.
Foto: Werner Krüper

Drei Wochen nach Start des ersten Lockdowns (6. bis 12. April 2020) gab es rund 20 Prozent mehr Todesfälle als im Mittel der Vorjahre. In der zweiten Pandemiewelle verstarben von Oktober bis Dezember 2020 durchschnittlich neun von 1.000 Pflegeheimbewohnenden, was eine Übersterblichkeit von 30 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren 2015 bis 2019 bedeutet. Bis Anfang Dezember erhöhte sich die Sterblichkeit deutlich. Sie lag am Ende des Jahres mit 13 Verstorbenen je 1.000 Pflegeheimbewohnenden um 81 Prozent höher als in den entsprechenden Vorjahreswochen.

Es seien Schutzmaßnahmen ergriffen worden, die Heimbewohner nicht davor bewahrt hätten, sich mit dem Virus zu infizieren oder zu sterben, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft an der Berliner Charité, Adelheid Kuhlmey. So sei es auch falsch gewesen, die Heime pauschal abzuriegeln. Dafür machte Kuhlmey den Gesetzgeber verantwortlich. Die Heimleitungen hätten keine Wahl gehabt und den gesetzlichen Regeln folgen müssen.

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Ein Großteil der pflegebedürftigen Personen musste während der Corona-Pandemie drastische Einschränkungen in Kauf nehmen: 43 Prozent der befragten Bezugspersonen berichten, dass zwischen März und Mai 2020 die Möglichkeit zum persönlichem Kontakt, auch unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen, gar nicht gegeben war. Für ein weiteres knappes Drittel (30 Prozent) war diese Möglichkeit nur selten gegeben. "Die ergriffenen scharfen Isolationsmaßnahmen in den Pflegeheimen in der ersten Pandemiewelle haben dramatische Auswirkungen für die Pflegebedürftigen, und zwar physisch und psychisch", sagte Antje Schwinger, Leiterin des Forschungsbereichs Pflege im WIdO und Mitherausgeberin des Pflege-Reports.

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Was auf keinen Fall noch einmal zur Gefährdungsvermeidung herangezogen werden dürfe, sei die generelle Isolierung alter Frauen und Männer von der Außenwelt und ihren Angehörigen. "Wir sollten - die Situation der Betroffenen vor Augen - die Pandemie zum Anlass für einen breiten gesellschaftlichen Diskurs nehmen, was uns eine menschenwürdige Versorgung im Alter als Gesellschaft wert ist", sagt Schwinger und ergänzt: "Die im Eiltempo beschlossene jüngste Pflegereform im Zuge des Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetzes (GVWG) kann diesen Anspruch jedenfalls nicht erfüllen."

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