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07. Jul 2021 | News

Westerfellhaus: „Ein echter Teufelskreis“

„Gute Arbeitsbedingungen sind kein Hexenwerk“, sagte Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, angesichts der Personalsituation in der Altenpflege am Mittwoch auf der virtuellen Altenpflege-Messe 2021. Sie seien der entscheidende Knackpunkt, um Fachkräfte zu gewinnen.

Foto_Axel_Brunotte, Altenpflege2021, Westerfellhaus
Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus live zugeschaltet auf der digitalen Altenpflege 2021.
Foto: Axel Brunotte

Westerfellhaus war zur Altenpflege 2021 live auf die Hauptbühne aus Berlin zugeschaltet. So sei allen klar, dass sich etwas ändern müsse, um die Versorgungssicherheit in der Altenpflege nicht zu gefährden. Viele Beschäftigte würden angesichts der aktuellen Situation ihre Arbeitszeit reduzieren oder wandern in vermeintlich andere Berufe ab. „Dadurch erhöht sich der Druck auf die verbleibenden, ein echter Teufelskreis“, so Westerfellhaus.

Eine der wichtigsten Fragen sei, wo die Menschen gewonnen werden und wie sie zu halten sind, so Westerfellhaus. Auch wenn die Ausbildungszahlen trotz der Corona-Pandemie gestiegen seien, bekomme regelmäßig von vielen Einrichtungen die Rückmeldungen, dass die Abbrecherquote steigt, weil die Auszubildenden nicht für die Arbeiten  herangezogen werden, wofür sie da sind oder die Praxisanleitung ungenügend sei. Auch Pflegefachkräfte aus dem Ausland seien kein Allheilmittel, da Pflegefachpersonen in vielen Ländern der Welt systemrelevant seien. Dennoch bedürfe es für die, die kommen können und wollen, eine deutliche Beschleunigung der Visaverfahren.

Der Pflegebevollmächtigte kritisierte zudem die unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und zur Pflegeassistenzausbildung. „Ich finde es unverständlich, wenn in einem Bundesland ein Anerkennungsverfahren durchlaufen wurde, es dann woanders nicht anerkannt wird“.

Angesichts der generalistischen Ausbildung und der damit zu erwartenden Wanderungsbewegungen der Pflegefachpersonen hin zu besser bezahlten Bereichen der beruflichen Pflege, erwartet Westerfellhaus einen erhöhten Handlungsdruck in der stationären und ambulanten Altenhilfe. Tariflöhne seien dabei jetzt nur der erste Schritt. Es müsse einen Sprung bei den Gehältern geben.

Das aktuelle Programm der Altenpflege 2021 finden Sie hier.

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Engagement und Begeisterung gehören zum Altenpflegeberuf. Doch der mitunter belastende Berufsalltag kann auch zu Resignation und Frustration führen. Wie man hier gegensteuert, zufriedener und gelassener den Alltag meistert, ist Thema des Handbuches. Die Autorin Ursula Beckmann beschreibt spezielle Tücken und Stolperfallen der Altenpflegeberufe, erklärt Persönlichkeits- und Kommunikationsmodelle und eröffnet Wege, die eigenen Ressourcen zu erkennen. Sie zeigt, wie sich neue Perspektiven entwickeln lassen und gibt Antworten auf die Frage, was konkret geändert werden kann.

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4 Kommentare

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Fachkraft

10. Jul 2021

- Du  magst den Umgang mit leidigen    Menschen? -Du stehst drauf ständig gefragt zu werden ob du an geplanten freien Tagen einspringen kannst? - Du hast kein Bock auf Familienfeier wie Weihnachten Silvester und Ostern? - Du hast an Wochenenden und Feiertagen meistens  eh  nix vor? - Du magst es mit Geld zu improvisieren und jeden Euro dreimal umzudrehen? - Du magst viel Verantwortung aber wenig Entscheidungsspieleum? - Du kannst Dir nichts spannenderes Vorstellen als von Prüfinstanzen und "kompetenten Kollegen" dieser Einrichtung in Augenschein genommen und "kollegial beraten" zu werden? - Du bist sportlich und möchtest dich auch im Beruf  im ständigen Laufschritt ohne lästige Pausen bewegen? - Du hast die Begabung irgendwann abstumpfen, Risiken für die Dir anvertrauten Personen abzutun und kannst dabei noch gut schlafen? - Du meinst auch,  das Kommunikation und ein tröstendes Wort Zeitverschwendung sind und nicht bezahlt werden müssen? - Du  findest das Pflegesystem auch zu teuer und bist der Meinung, dass  durchaus mehrere Leistungen erbracht werden können ohne von den Krankenkassen  bezahlt werden zu müssen? Dann werde Pflegefachkraft in Deutschland! 🤑

Unbekannter Nutzer

09. Jul 2021

Mr. Snail , was für eine Frechheit ihr Statement. Waren Oder sind Sie in der Pflege tätig? Haben Sie annähernd eine Ahnung, was das für ein Knochenjob das ist? Ich sage es Ihnen! Es ist Fließband-Arbeit! Arbeiten im Akkord. Und noch was….Pflegefachkräfte haben eine derart hohe Verantwortung! In welchem Beruf ist das so gegeben? Richtig ! In nur sehr wenigen Berufen! Ihre Aussagen über Pflege pro Kopf …können Sie die bitte mit Quellenangaben belegen? Im Nachdiendt gibt es in Häusern mit bis zu 100 schwer Pflegebedürftigen oftmals nur 2 Pflegefachkräfte im Haus! Davon müssen die meisten alle 2 Std. positioniert werden. Nahrung muss ab und angehangen werden, Inkontinenzprodukte alle paar Std gewechselt und glauben Sie mir, die Betroffnenen schlafen nicht in der Nacht. Es müssen Betten bezogen werden, es muss der Wohnbereich gesäübert werden, es müssen Medikamente verteilt werden! Und wenn so eine Pflegekraft dann , unter anderem 100 kg Personen gedreht hat geht sie nach Hause und es tut ihr JEDER Knochen weh! Von wegen Work-Life-Balace! Alles bla bla! Das lässt der Schichtdienst garnicht zu! Es wird bis zu 12 Tagen am Stück gearbeitet! Wo bitte ist das so? Und wissen Sie was, das was Pflegekräfte verdienen ist nicht mal annähernd wert was sie dafür entbehren müssen! Aber wegen solchen ignoranten Menschen, wie Sie einer zu sein scheinen, sieht niemand ein, dass das Pflegepersonal unterbezahlt ist!! Und zwar massiv! Und Sie schreiben hier von Jammern auf hohem Niveau! Wenn so weiter gemacht wird und die Pflegekräfte so am Limit laufen und sich nicht mal einen Urlaub oder wenigstens mal was schönes gönnen können, dann verspreche ich Ihnen, dann können Sie sich selbst versorgen, wenn Sie krank oder alt und krank sind! Die meisten Pflegekräfte die ich kenne.und das sind nicht wenige, die haben innerlich schon gekündigt und zum nächsten Schritt braucht es nicht mehr viel…wenn sich nicht signifikant für ALLE Pflegekräfte finanziell und an den gesamten Bedingungen etwas ändert!

Mr.Snail

09. Jul 2021

Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Die Politik muss die Strukturprobleme lösen. Das ist natürlich nicht einfach aber alternativlos. Die Überversorgung in deutschen Krankenhäusern muss strukturell angegangen werden, Stichwort Krankenhausschließungen. Dann verbessern sich auch die Arbeitsbedingungen der Pflege in diesem Bereich. Wir haben in Deutschland pro Kopf der Bevölkerung nicht weniger Pflegekräfte als in anderen europäischen Ländern abgesehen von Finnland. Unsere Pflegekräfte verdienen auch nicht weniger als anderswo, abgesehen von der Schweiz. Sie liegen im Vergleich im oberen Drittel. Die Gehälter in der Pflege sind in den letzten 10 Jahren im Schnitt überproportional gewachsen und liegen inzwischen über dem Durchschnitt vergleichbarer Berufe. Auch der Pflegemindestlohn liegt erheblich über dem allgemeinen Mindestlohn. Außerdem wissen wir, dass die Höhe des Gehalts bei der Beurteilung des Arbeitsplatzes in sozialen Berufen erst an Nummer 5 steht. Die Lohndebatte ist eine sinnlose Ausweichdiskussion um an anderer Stelle nicht nachsteuern zu müssen. Niemand sollte darauf reinfallen. Grundsätzlich kann eine Gesellschaft auch nur so viel professionelle Pflege anbieten wie sie personell leisten kann. Es gibt auch andere unverzichtbare Berufsgruppen die Deutschland voranbringen. Da muss eben die Familie mit anpacken. Viele Kinder von Pflegebdürftigen sind übrigens selbst schon in Rente. Ehrlich zu sagen wäre auch: Viele Pflegebedürftige habe selbst wenig, kaum oder nie in die Pflegeverischerung eingezahlt. Sie bekommen zusammen mit eigener Rente und Witwenversorgung mehr Netto als eine Pflegefachkraft, die von ihrem Gehalt oft auch nicht allein lebt. Es wird auf serh hohem Niveau geljammert, wie immer in Deutschland.

Unbekannter Nutzer

09. Jul 2021

Wie langweilig, immer wieder dieselben altbekannten Einsichten zu wiederholen! Fakt ist, dass alle Maßnahmen der bisherigen Bundesregierungen gegen den Pflegenotstand wirkungslos waren. Das war und ist nur möglich, solange die Regierungen für dieses Dauerversagen Konsequenzen nicht fürchten müssen. Die einzig wirksame Konsequenz wäre ein entsprechendes Wahlverhalten der betroffenen BürgerInnen. Die aber können in der Regel nicht mehr zu Wahl gehen. Hier zeigt sich mal wieder, dass Regierungen – anders als PDLs (siehe §71 SGB XI) - unter den Bedingungen der strukturellen Verantwortungslosigkeit arbeiten. Die Konsequenz der Wirkungslosigkeit von Politik werden die Pflegebedürftigen tragen müssen, die infolge von unzureichender Verfügbarkeit von Pflege ein vorgezogenes Lebensende finden werden. Aber zum Glück für die Regierungen wird sich ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Mangel an Pflege und reduzierter Lebenserwartung kaum nachweisen lassen.

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