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30. Aug 2021 | Pflegepraxis

Die zwei Seiten der Corona-Masken in der Altenpflege

Mund-Nasen-Masken schützen zwar vor dem Corona-Virus, können aber das Erkennen von Emotionen und mentalen Zuständen anderer Personen erschweren. Zudem könnten sich geistige Abbauprozesse bei Älteren oder Menschen mit Demenz beschleunigen.

Masken schützen, aber erschweren auch die Kommunikation in der Altenpflege.
Foto: Werner Krüper

Darauf haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in einem aktuellen Perspective Paper hingewiesen.

Die Forschenden beziehen sich auf eine Studie der Universität Bamberg, dass Emotionen wie Ekel, Glück, Trauer oder Ärger deutlich schlechter wahrzunehmen sind, wenn bis zu 70 Prozent des unteren Gesichts bedeckt seien. Zudem zeigten eigene Untersuchungen, dass insbesondere ältere Menschen schwerer als Jüngere Gemütslagen nur anhand der Augen erkennen konnten. Ältere würden sich auf die untere Gesichtspartie verlassen, um die Stimmung des Gegenübers zu erkennen.

Masken beeinflussen die Kommunikation

„Deshalb sollten die Effekte von Masken hier besonders berücksichtigt werden“, sagte Matthias Schroeter, Leiter der Forschungsgruppe „Kognitive Neuropsychiatrie“ am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und einer der Hauptautoren der Veröffentlichung. Die Folgen könnten eine schlechtere soziale Kommunikation sein sowie beschleunigte geistige Abbauprozesse, so der Forscher.

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Sollten sich die Vermutungen bewahrheiten, müssten Gegenmaßnahmen entwickelt werden. In der Altenpflege könnten beispielsweise durchsichtige Masken etwa aus Folie eingesetzt werden. Zudem sollte man mehr darauf achten, so die Wissenschaftler, Gespräche expliziter zu führen. Statt auf subtile Mimik sollte man mehr auf klare Sprache und Gestik setzen.

Keine Lösung sei es hingegen, auf Masken gänzlich zu verzichten. Der Nutzen von Masken überwiege gerade bei Älteren und Menschen mit Demenz, die besonders gefährdet sind gegenüber schweren Krankheitsverläufen, so Schroeter.

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