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03. Sep 2021 | Demenz

WHO-Studie: Zahl der Demenzkranken steigt rasant

Die Zahl der Demenzkranken wird einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge in den kommenden Jahren rasant steigen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Die steigende Zahl demenziell veränderter Menschen droht weltweit zu einem Problem zu werden.
Foto: Werner Krüper

Bis 2030 dürften rund 40 Prozent mehr Menschen weltweit mit Demenz leben als 2019, heißt es in dem am Mittwoch in Genf vorgestellten Bericht. Die meisten Länder seien darauf nur ungenügend vorbereitet.

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Laut WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus müsse mehr getan werden, um Betroffenen die Unterstützung für ein Leben in Würde zu geben und ihre Betreuerinnen und Betreuer zu unterstützen.

Bedauerlich sei aus Sicht der WHO, dass das Interesse an der Erforschung von Medikamenten gegen Demenz nach vielen unerfolgreichen klinischen Studien gesunken sei. Als positives Gegenbeispiel nennt die WHO in diesem Zusammenhang die USA. Hier seien die jährlichen Investitionen in die Alzheimer-Forschung von 631 Millionen Dollar im Jahr 2015 auf 2,8 Milliarden Dollar im Jahr 2020 ausgeweitet worden.

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Alte Menschen mit einer Demenz werden in Pflegeeinrichtungen zunehmend zum Problem, und das aus mindestens zwei Gründen: Zum einen sieht sich unsere Gesellschaft vor ein quantitatives Problem gestellt, denn wie immens groß die Zahl dementer Menschen heute schon ist, und damit die Notwendigkeit, für sie abgestufte Möglichkeiten der Betreuung zu schaffen, beginnen die Sozialpolitiker jetzt erst zu begreifen. Das Auftreten einer Demenz, so scheint es, ist der Preis, den wir für die von vielen erstrebte Langlebigkeit zahlen müssen; eine Heilung durch die Medizin ist noch lange nicht in Sicht. Zum anderen fällt es den (noch gesunden) Pflegekräften und Therapeuten ungeheuer schwer, mit einer Klientel umzugehen, die zunächst nur durch ihre ausgeprägte, in nahezu allen Lebensbereichen spürbare Reduziertheit auffällt. Selbst einfachste Dinge des Alltags wollen den Betroffenen nicht mehr gelingen. Verwirrte, die scheinbar ziellos die Flure der Institution auf- und abgehen: Wie können wir ihrer Unruhe und Getriebenheit begegnen, wo doch ihre Sprache zunehmend verlorengeht und - welche Beleidigung für einen wachen Geist! - unsere Worte, unsere ganze zum Einsatz kommende Vernunft sie nicht mehr zu erreichen scheinen? Tatsächlich werden wir ganz schnell zu "hilflosen Helfern", wo der Mensch in der Demenz uns an unsere Grenzen bringt - wo die Situation uns ein Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen abverlangt, das aufzubringen den meisten unmöglich ist und wofür sie, sollten sie dazu in der Lage sein, keinerlei Dankbarkeit von den Betroffenen erwarten können. Als Naomi Feil in den USA eine Gesprächsmethodik vorstellte, die sich speziell an dementen Menschen ausrichtet, wirkte ihr Vorgehen revolutionär. In Deutschland griff die Pädagogin und Psychogerontologin Nicole Richard das validierende Arbeiten früh auf, prüfte Vorgehen und theoretische Annahmen der amerikanischen Vorreiterin und befand, dass sie die Methode an entscheidenden Punkten modifizieren sollte. So entstand über mehrjährige Arbeit mit Dementen hinweg ihr Ansatz der "Integrativen Validation" (IVA®), und damit ein wichtiger Baustein im Methodenarsenal: eine Art Handwerkszeug, dessen Anwendung aus zuvor hilflosen Helfern wieder handlungsfähige Pflegekräfte und Therapeuten macht - Fachleute für den Umgang mit verwirrten Menschen, Profis also, die endlich wissen, was sie tun können, und die verstehen, wann bzw. warum sie gerade so agieren sollten. Vor allem aber dient der Ansatz den dementen alten Menschen, die sich wieder verstanden fühlen und darüber ruhiger, zufriedener werden - die spüren, dass da jemand eine Brücke hinüber in ihr Erleben zu bauen versteht.

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