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11. Okt 2021 | Demenz

Geriater kritisiert Einsatz von Beruhigungsmitteln bei Demenzkranken

Laut Altersmediziner Heinrich Burkhardt zeigten Versorgungsdaten, dass in Pflegeheimen in hoher Anzahl Beruhigungsmittel eingesetzt würden. Burkhardt, der Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Geriatrie am Universitätsklinikum Mannheim ist, sieht das kritisch.

Demenziell veränderte Menschen bekommen zu häufig Sedativa, findet Mediziner Heinrich Burkhardt.
Foto: Pixabay/Sztrapacska74

„Die Menschen werden ruhiggestellt“, sagte Burkhardt den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe laut Evangelischem Pressedienst (epd). Dabei sei wissenschaftlich nicht erwiesen, dass diese Medikamente die Situation Betroffener verbessern könnten. Vielmehr stiegen die Risiken für Depressionen und Stürze.

Passend dazu: Bekommen viele Demenzkranke die falsche Medikation?

Burkhardt fordert für die Betreuung Demenzkranker neue Konzepte. Betroffene könnten – wie auch in anderen Ländern – in Wohngemeinschaften oder Demenzdörfern betreut werden. „Wir müssen kreative Möglichkeiten suchen, wie wir Altenheime gut aufbauen können und wie wir neue Impulse in der Betreuung bekommen können“, so Burkhardt.

In Deutschland fehle neben dem Pflegepersonal auch der Mut, gute Ideen breiter umzusetzen. Es bleibe oft bei Einzelaktionen und beim Prinzip „Weiter wie bisher“, kritisierte Burkhardt.

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2 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

12. Okt 2021

Die Aussage von Dr. Burkhardt trifft natürlich den Nagel auf den Kopf. Nur nutzt es der Pflege herzlich wenig auf Nachbarländer zu schauen, in denen die Politik schon lange kapiert hat worauf es ankommt, wie man Pflege sinnvoll gestalten kann und wo auch die nötigen Ressourcen freigesetzt werden. In Deutschland ist das eben nicht der Fall und nach den Wahlen ist es auch relativ unwahrscheinlich, dass sich in den nächsten Jahren was grundlegendes ändern wird. Darum ist es auch müßig solche Aussagen in den Raum zu stellen. Denn, solange niemand einen vernünftigen Presonalschlüssel vorschreibt, besonders für Demenzstationen wo erwiesener Maßen einen ungleich höheren Personaleinsatz nötig ist um die dort lebenden Menschen bedürfnisgerecht zu versorgen, wird sich garnichts ändern. Demenziell erkrankte Menschen brauchen sehr viel Zuwendung und Zeit, egal in welcher Struktur sie sich bewegen. Aber in Deutschland ist es halt einfach für Betreiber sich ganz legal und auf Kosten von Bedürftigen und den Knochen des úbriggebliebenen Personals, die eigenen Taschen zu füllen. Meines Erachtens sind weitere Diskussionen bezüglich verbesserungen der Pflegequalität unnötig, solange schamloses Profitstreben von Trägern im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten liegt .

Mr.Snail

12. Okt 2021

Das ist eine super Idee. Dörfer sterben in vielen Regionen Deutschlands leer. Da kann man sicher etwas machen. Beim Thema Beruhigungsmittel fällt mir ein, Herr Burkhardt sollte einmal in deutschen Psychatrien vorbeischauen.

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