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14. Okt 2021 | Personal

Wissenschaftler warnt: Pflege ist auf einer „Rutschbahn nach unten“

Der Sozialwissenschaftler Stefan Sell von der Hochschule Koblenz warnt vor einer weiteren Verschärfung des Pflegenotstands. Das berichtet der Evangelische Pressedienst.

Personalnotstand und finanzielle Überlastung: Die Probleme in der Pflege spitzen sich laut Stefan Sell weiter zu.
Foto: Werner Krüper

Trotz Veränderungen – etwa bei Tarifen – befinde sich die Pflege seit Jahren „auf einer Rutschbahn nach unten“, so Sell am Mittwoch im „Morgenecho“ bei WDR 5. Bestehende Probleme wie der Personalmangel würden seit vielen Jahren beklagt, gleichzeitig verschärften sich die Probleme weiter. Von vielen Expertinnen und Experten werde „dringend darauf hingewiesen, dass wir eigentlich einen großen Sprung nach vorne machen müssten“.

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Pflegeorganisationen forderten etwa eine deutliche Anhebung der Vergütung, denn die Löhne in verschiedenen Pflegebereichen seien sehr unterschiedlich, sagte Sell zum Auftakt des Deutschen Pflegetages. „Das ist nicht die einzige Lösung, sondern es ist ein wichtiger Baustein.“ Nur wenn jetzt klare Signale auch an jüngere Menschen gesendet würden, dass die Bedingungen deutlich besser werden, habe man die Chance, den „Riesenbedarf“ an Personal auch nur ansatzweise decken zu können.

Die Politik muss Geld in die Hand nehmen

„Es muss ein Signal ausgehen von der Politik“, erklärte der Sozialwissenschaftler. „Wir werden deutlich mehr Geld in die Hand nehmen müssen.“ Einerseits denke er dabei an Steuergelder, andererseits aber auch an eine finanzielle Eigenbeteiligung derjenigen, die sich das leisten können. „Aber man muss den Menschen auch sehr deutlich machen: Wir reden hier nicht über eine Milliarde mehr, oder zwei“, sagte Sell. Es gehe um einen zweistelligen Milliardenbereich, der zusätzlich zu den aktuellen Ausgaben finanziert werden müsse.

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