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11. Jan 2022 | News

Studie zu Corona-Ausbrüchen nicht durchgeführt

Die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP) hat in einer Stellungnahme die mangelnde Kenntnisnahme pflegewissenschaftlicher Kompetenzen durch die Politik massiv kritisiert. Sie fordert die Einbindung pflegewissenschaftlicher Expertise in Beratungsgremien zum Umgang mit der Corona-Pandemie.

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Wie lassen sich Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen vermeiden? Eine Studie sollte Antworten liefern, wurde aber nie durchgeführt.
Foto: AdobeStock/Bonsales

Hintergrund für die harsche Kritik war eine Ausschreibung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) im vergangenen Jahr, für das sich angeblich keine geeigneten Pflegewissenschaftlerinnen und -wissenschaftler finden ließen. Es ging um ein für die stationäre Altenpflege überlebenswichtiges Thema in der Corona-Pandemie. Die Studie zur „Analyse der Gründe für SARS-CoV-2-Ausbrüche in stationären Pflegeeinrichtungen“ sollte die Gründe für diese Ausbrüche identifizieren bzw. Muster erkennen, um gezielt Gegenmaßnahmen zu entwickeln, heißt es in den Unterlagen. Die Tagesschau berichtete darüber am 13. Dezember.

Gegenüber der Tagesschau teilte eine BMG-Sprecherin mit, dass kein geeignetes Angebot vorgelegt wurde und somit die Studie nicht vergeben werden konnte.

Hat die Politik kein Interesse an Pflegewissenschaft?

Laut DGP liegen die Gründe allerdings nicht am mangelnden Interesse der Pflegewissenschaft, sondern seien systemimmanent. Obwohl die Studie prinzipiell offen ausgeschrieben war, wurde offenbar auf eine breite Streuung verzichtet und auch die DGP nicht einbezogen. Auch Universitäten seien nicht angefragt worden. Zudem hätte das Beratungsgremium des Pflegebeauftragten des BMG einbezogen werden können, um geeignete Personen aus der Pflegewissenschaft zu benennen.

Weiterhin kritisiert die DGP in ihrer Stellungnahme das massive Ungleichgewicht zwischen der Finanzierung medizinischer Grundlagenforschung und der Erforschung der pflegerischen Versorgung. Kritisiert wurde zudem die Nichtbeachtung pflegewissenschaftlicher Expertise in entscheidenden Beratungsgremien wie dem Expertenbeirat des BMG. Angesichts der überragenden Bedeutung einer angemessenen pflegerischen Versorgung müsse diese dringend einbezogen werden.

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