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31. Mrz 2022 | Demenz

digiDEM Bayern stellt Online-Fragebogen zur Demenzfrüherkennung vor

Das Digitale Demenzregister Bayern - digiDEM Bayern hat ein neues, wissenschaftlich validiertes digitales Angebot zur "Beurteilung der Gedächtnisleistung" entwickelt. Es ermöglicht Bezugspersonen von Menschen mit Demenz, zuverlässig eine Erstbeurteilung durchzuführen.

Foto: Adobe Stock/Rostislav Sedlacek
Auch professionell Pflegende und Betreuende können den Fragebogen nutzen. Insbesondere können sie auch niederschwellig Angehörige von Bewohnern:innen aus anderen Kulturkreisen einbeziehen und von deren Erfahrungen mit dem von Demenz betroffenen Zugehörigen profitieren.
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"Eine Demenz lässt sich besser behandeln, wenn sie möglichst frühzeitig diagnostiziert wird", so Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas, Projektleiter digiDEM Bayern und Facharzt für Neurologie bei der Vorstellung des Instruments Ende März. Neben besserer Medikation in der Frühphase gebe es auch nicht medikamentöse Verfahren, um das Fortschreiten der Demenz zu verlangsamen.

Gerade zu Beginn einer Demenz sei es problematisch, dass Betroffene die Fassade noch recht lang aufrechterhalten können, sodass dem Hausarzt eine Demenz gar nicht auffällt. In der Regel vergehen 1,5 bis zwei Jahre vom Auftregen erster Symptome bis zur Diagnose: Die Betroffenen sind unruhig, schlafen nicht, werden vergesslich. Das Umfeld verharrt währenddessen in belastender Unsicherheit.

Wissenschaftlich erprobtes Instrument zur Fremdeinschätzung

Das neue Angebot ermöglicht es Bezugspersonen von Menschen mit Demenz – Angehörige und professionell Betreuende, deren Gedächtnisleistung zuverlässig zu beurteilen. Damit bietet der Fragebogen eine sehr gute Einstiegsorientierung hin zu einer weiterführenden Diagnostik. Wird ein bestimmter Wert erreicht, ist die umfassende ärztliche Diagnostik in einer spezialisierten diagnostischen Einrichtung, zum Beispiel einer Gedächtnisambulanz, nötig.

Das Besondere: Der Betroffene muss nicht mit einbezogen werden. Es handelt sich um einen nur sieben Fragen umfassenden Bogen zur Fremdeinschätzung der Gedächtnisleistung. In den Fragen werden kognitive Veränderungen der lezten zwei Jahre erfasst.

Fragen wurden in fünf Sprachen übersetzt

"Zugehörige können einen ersten Schritt machen zur Anbahnung einer Diagnosesstellung", so Kolominsky-Rabas. Jeder kann testen, zum Beispiel mit dem Mobiltelefon am Küchentisch, unabhängig von (Vor-)Bildung. Die Fragen stehen in Deutsch, Türkisch, Englisch, Arabisch und Russisch bereit. Das Tool erfasst auch leichtgradige Formen der Beeinträchtigung. Einzige Voraussetzung: Die Bezugsperson muss in den letzten zwei Jahren mindestens einmal pro Woche Kontakt mit dem Betroffenen gehabt haben. Das Ergebnis kann ausgedruckt werden, zum Beispiel für den Hausartzt. Außerdem kann eine interaktivive Karte mit Gedächtnisambulanzen in der Nähe abgerufen werden.

Mit wenigen Klicks zum Ergebnis

Fragen sind beispielsweise, ob sich der Betroffene an kürzlich geführte Gespräche erinnert, sich an Geburtstage und andere wichtige Daten erinnert oder Probleme bei Bankgeschäften und ähnlichem hat. Hier wird jeweils abgefragt, ob sich die Fähigkeit unverändert besteht, sich ein wenig oder deutlich verbessert oder verschlechtert hat.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fragebögen nutzt dieser ein erprobtes wissenschaftliches Verfahren. Die Grundlage ist der sogenannte IQCODE Fragebogen (The Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly – übersetzt: „Fragebogen für Bezugspersonen zum kognitiven Abbau bei älteren Menschen“).

Am Dienstag, 5. April 2022 von 11:00 Uhr bis 11:45 stellt digiDem Bayern das Instrument in einem kostenlosen Webinar vor. Hier geht es zur Anmeldung.

Menschen mit Demenz verstehen

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Menschen mit Demenz verstehen

Wie kann ich diesen Bewohner erreichen? Welche Möglichkeiten bleiben, wenn die verbale Kommunikation versagt? Fragen, die sich Pflegekräfte im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen stellen. Ist der sprachliche Zugang nicht mehr möglich, bleibt die Bewegung. Bewegung baut Brücken zu Menschen mit Demenz. Im ersten Teil des handlichen Ratgebers geht es um das Verständnis für die Krankheit. Der demenzkranke Mensch, seine Bedürfnisse und die Schlussfolgerungen für den Pflegealltag stehen im Mittelpunkt. Als praktische Hilfestellung empfiehlt sich im zweiten Teil die Psychomotorik. Dabei geht es nicht um wöchentliche Bewegungsstunden, sondern darum, psychomotorische Grundsätze in den Alltag einfließen zu lassen. Pflegekräfte erfahren beispielhaft, wie Bewegungsmöglichkeiten zu geben und zu fördern sind.

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