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13. Mai 2022 | Personal

Besser, aber nicht genug: Wieso gute Zahlen zur Pflege täuschen

Zwar vermeldet das Statistische Bundesamt steigende Zahlen sowohl bei den Gehältern als auch bei den Beschäftigten in der Pflege. Die Arbeitsbedingungen hätten sich jedoch nicht verbessert, sagte der Frankfurter Gesundheitsökonom Prof. Thomas Busse.

Den steigenden Personalzahlen in der Pflege steht ein enormer Anstieg an Pflegebedürftigen gegenüber.
Foto: AdobeStock/Halfpoint

Steigende Zahlen bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pflege „dürfen uns nicht verleiten, uns zurückzulehnen“, so Busse. Die Lage der Pflege habe sich vielmehr verschärft: Denn die Zahl der Pflegebedürftigen sei zwischen 2009 und 2019 um 76 Prozent gewachsen.

Auch beim Verdienst ging es laut Statistischem Bundesamt im Zehnjahresvergleich nach oben: Vollzeitbeschäftigte Pflegefachpersonen verdienten 2021 brutto durchschnittlich 34 Prozent mehr als noch 2011. „Mehr Geld allein reicht aber nicht“, glaubt Busse, der als Direktor des Instituts für Gesundheitswirtschaft regelmäßig Befragungen durchführt. Vor allem müssten die Arbeitsbedingungen besser werden. Pflegekräfte litten an starren Hierarchien, familienunfreundlichen Dienstplänen, zu viel Bürokratie. Der Pflegeberuf müsse aufgewertet werden: „Gute Pflegekräfte wollen nicht die Lakaien von Assistenzärzten sein.“

Und so mangelt es nach wie vor an qualifiziertem Personal: Auf 12 900 freie Stellen kämen derzeit 5400 arbeitslose Fachkräfte, berichtete die Agentur für Arbeit in Nürnberg. Abhilfe schaffen soll Zuwanderung aus dem Ausland. Laut Destatis wurden 2020 rund 16 300 ausländische Abschlüsse in Pflegeberufen in Deutschland anerkannt. Aber die Anerkennungsverfahren dauerten immer noch zu lang, kritisiert Busse.

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