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26. Okt 2022 | News

Bienstein: Jeder Zweite müsste Gesundheitsberuf wählen

„Wenn wir auf Dauer die Pflege unserer Bevölkerung sicherstellen wollen, dann brauchen wir fast jeden zweiten jungen Menschen, der in einen Gesundheitsberuf geht“, sagte Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK).

Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK), sieht in der Altenpflege großen Handlungsbedarf.
Foto: DBfK

Deutschland stehe vor einer umfassenden Pflegekrise, sagte Bienstein am Dienstag dem Deutschlandfunk. In den kommenden zehn Jahren gingen hunderttausende Pflegekräfte in den Ruhestand. Wenn sich der Fachkräftemangel weiter verschärfe, würden Menschen für sich oder für ihre Angehörigen keine ambulanten Pflegedienste oder stationäre Einrichtungen mehr finden, sagte sie.

Unzufrieden ist Bienstein zudem mit der Maskenpflicht für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Die Politik sehe die Bedürfnisse älterer Menschen nicht ausreichend, sagte sie. Dementiell Erkrankte verstünden oft nicht, warum sie Maske tragen müssten. Das sorge für viele Probleme in den Einrichtungen der Altenpflege. Eine Maskenpflicht sei dort kaum durchsetzbar.

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2 Kommentare

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Mr.Snail

01. Nov 2022

Das ist doch blödsinn. Niemand kann ernsthaft wollen, dass jeder zweite junge Mensch einen Gesundheitsberuf wählt. Dann können wir in Deustchland dicht machern. Wer soll das außerdem bezahlen? Angebot und Leistung dürfen sich nicht nur an einem definierten Bedarf bemessen, sondern müssen die gesellschaftlichen Möglichkeiten im Auge behalten, personell und finanziell. Im Zweifel ist die Familie gefordet. Außerdem gibt es ja auch noch jede Menge Einsparpotential. Wir haben in den Krankenhäusern eine gigantische Überversorgung und bei knappen Ressourcen muss eben entschieden werden was Priorität hat. Nicht alles was möglich ist ist sinnvoll, außer man betrachtet es rein betriebswirtschaftlich, wie in Deutschland.

Unbekannter Nutzer

27. Okt 2022

Wacht auf, geht die richtige Schritte an! Nicht Worte: Taten! Wir brauchen ein "Rettungspaket Pflege", das so groß geschnürt ist, wie kein Politiker es zu denken wagt, denn gute Pflege ist teuer! Aber jeden Cent wert! Gute Bezahlung ist wichtig, aber nicht alles. Wenn ich jeden Tag von der Arbeit komme und das Gefühl habe, ich hätte mehr tun müssen und wir (als Team) hätten mehr tun können, wenn wir genug gewesen wären und die Personalzahlen den tatsächlichen Bedarf decken würden – dann zählt das auch! Ganz klar: Ab Juli 2023 werden die Personalschlüssel in den stationären Pflegeeinrichtungen NICHT den Pflegebedarf der Bewohner decken, sondern weiterhin weit darunter liegen. Man kann sich gar nicht ausrechnen, wie teuer Pflege zukünftig wird!!! Es wird sehr teuer! Nachtrag: Was ist die Alternative? Weiterhin die Pflegekräfte ausbrennen, Bewohner unterversorgen? Können wir uns das ethisch/moralisch leisten? Wenn ja, dann wird nahezu jeder zukünftig der Leidtragende dieses "weiter so" seins! Und das ist nur die Spitze, denn die ambulante Pflege und die stationäre Kranken- und Gesundheitspflege kämpft mit gleichen Mitteln auf verlorenem Posten...und oftmals vergessen, gibt es auch noch eine Eingliederungshilfe, die ebenfalls in die zukünftige Entwicklung mit einbezogen werden muss!

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