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01. Jun 2017 | News

Alzheimer Gesellschaft: "Deutschland braucht nationale Demenzstrategie"

Die Weltgesundheitsversammlung hat einen globalen Aktionsplan Demenz verabschiedet. Das höchste Gremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) will damit die Situation von Menschen mit Demenz, ihren Familien und von Pflegenden verbessern. Nun fordert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft auch eine nationale Demenzstrategie für Deutschland.

Foto: Werner Krüper

Der globale Aktionsplan Demenz definiert Ziele für die WHO-Mitgliedsstaaten, u.a. in den Bereichen Prävention, medizinische Behandlung, Pflege und Forschung. Die WHO hat ihre Mitgliedsstaaten aufgerufen, zudem nationale Demenzpläne zu entwickeln und umzusetzen. Bisher haben aber nur 29 der 194 Mitgliedsstaaten eine eigene Demenzstrategie, also einen Plan, in dem sich Politik und Gesellschaft auf bestimmte Ziele und Maßnahmen verpflichten. Deutschland gehört bislang nicht dazu. Daher begrüßt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (DAlzG) die Entscheidung der Weltgesundheitsversammlung und schließt sich der Forderung nach einer nationalen Demenzstrategie für Deutschland an. "Wir brauchen dringend einen nationalen Demenzplan", sagt Monika Kaus, Vorsitzende der DAlzG, "denn in den kommenden Jahren wird die Zahl der demenzkranken Menschen in Deutschland weiter steigen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, müssen wir konkrete Maßnahmen und deren Finanzierung planen."

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Alte Menschen mit einer Demenz werden in Pflegeeinrichtungen zunehmend zum Problem, und das aus mindestens zwei Gründen: Zum einen sieht sich unsere Gesellschaft vor ein quantitatives Problem gestellt, denn wie immens groß die Zahl dementer Menschen heute schon ist, und damit die Notwendigkeit, für sie abgestufte Möglichkeiten der Betreuung zu schaffen, beginnen die Sozialpolitiker jetzt erst zu begreifen. Das Auftreten einer Demenz, so scheint es, ist der Preis, den wir für die von vielen erstrebte Langlebigkeit zahlen müssen; eine Heilung durch die Medizin ist noch lange nicht in Sicht. Zum anderen fällt es den (noch gesunden) Pflegekräften und Therapeuten ungeheuer schwer, mit einer Klientel umzugehen, die zunächst nur durch ihre ausgeprägte, in nahezu allen Lebensbereichen spürbare Reduziertheit auffällt. Selbst einfachste Dinge des Alltags wollen den Betroffenen nicht mehr gelingen. Verwirrte, die scheinbar ziellos die Flure der Institution auf- und abgehen: Wie können wir ihrer Unruhe und Getriebenheit begegnen, wo doch ihre Sprache zunehmend verlorengeht und - welche Beleidigung für einen wachen Geist! - unsere Worte, unsere ganze zum Einsatz kommende Vernunft sie nicht mehr zu erreichen scheinen? Tatsächlich werden wir ganz schnell zu "hilflosen Helfern", wo der Mensch in der Demenz uns an unsere Grenzen bringt - wo die Situation uns ein Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen abverlangt, das aufzubringen den meisten unmöglich ist und wofür sie, sollten sie dazu in der Lage sein, keinerlei Dankbarkeit von den Betroffenen erwarten können. Als Naomi Feil in den USA eine Gesprächsmethodik vorstellte, die sich speziell an dementen Menschen ausrichtet, wirkte ihr Vorgehen revolutionär. In Deutschland griff die Pädagogin und Psychogerontologin Nicole Richard das validierende Arbeiten früh auf, prüfte Vorgehen und theoretische Annahmen der amerikanischen Vorreiterin und befand, dass sie die Methode an entscheidenden Punkten modifizieren sollte. So entstand über mehrjährige Arbeit mit Dementen hinweg ihr Ansatz der "Integrativen Validation" (IVA®), und damit ein wichtiger Baustein im Methodenarsenal: eine Art Handwerkszeug, dessen Anwendung aus zuvor hilflosen Helfern wieder handlungsfähige Pflegekräfte und Therapeuten macht - Fachleute für den Umgang mit verwirrten Menschen, Profis also, die endlich wissen, was sie tun können, und die verstehen, wann bzw. warum sie gerade so agieren sollten. Vor allem aber dient der Ansatz den dementen alten Menschen, die sich wieder verstanden fühlen und darüber ruhiger, zufriedener werden - die spüren, dass da jemand eine Brücke hinüber in ihr Erleben zu bauen versteht.

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