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22. Mai 2018 | News

"Begegnung der Generationen" gewinnt Wettbewerb

Das Projekt "Begegnung der Generationen", eine Kooperation des Evangelischen Seniorenheims Neumühle und der Schule im Aischgrund, beide beheimatet im mittelfränkischen Bad Windsheim, ist beim diesjährigen Wettbewerb um den Bayerischen Demenzpreis mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden. Er ist mit 3.000 Euro dotiert

Das Projekt "Begegnung der Generationen" des Evangelischen Seniorenheims Neumühle und der Schule im Aischgrund aus Bad Windsheim hat beim Wettbewerb um den Bayerischen Demenzpreis den ersten Preis gewonnen. Die Auszeichnung überreichte (Mitte) Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU).Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Im Rahmen des Projektes verbringen Schülerinnen und Schüler der 5. Jahrgangsstufe Zeit mit demenziell erkrankten Bewohnern. Die Schüler können dadurch Kompetenzen im Umgang mit Menschen mit Demenz erwerben, gleichzeitig profitieren die Heimbewohner von den Aktivitäten mit den jungen Besuchern.

Der 2. Preis (2.000 Euro) ging an das Projekt "Überleitungshilfe Demenz" der Kliniken Kreis Mühldorf am Inn in Oberbayern. Dessen Ziel ist es, die Lebensqualität von demenziell erkrankten Patienten sowohl während des Krankenhausaufenthalts als auch zuhause zu verbessern. Mitarbeiter des Krankenhaussozialdienstes unterstützen durch Hausbesuche die bedarfsgerechte Versorgung im häuslichen Umfeld.

Mit dem 3. Preis (1.000 Euro) wurde das Projekt "Erlebniswelten – Erfahrungsschatz" des BRK-Wohn- und Pflegeheims "Am Staffelberg" im oberfränkischen Bad Staffelstein prämiert. Gemeinsam mit Mitarbeitern und Ehrenamtlichen fahren demenziell erkrankte Menschen mit besonderen zweisitzigen Fahrrädern auf Wegen, die sie von früher kennen. Dies ruft Erinnerungen wach und ermöglicht den betroffenen Menschen die Teilhabe am öffentlichen Leben. Die körperliche Betätigung wirkt sich zugleich positiv aus.

Der Bayerische Demenzpreis wurde in diesem Jahr zum insgesamt dritten Mal verliehen. Er wird seit 2016 alljährlich vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ausgelobt.

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Alte Menschen mit einer Demenz werden in Pflegeeinrichtungen zunehmend zum Problem, und das aus mindestens zwei Gründen: Zum einen sieht sich unsere Gesellschaft vor ein quantitatives Problem gestellt, denn wie immens groß die Zahl dementer Menschen heute schon ist, und damit die Notwendigkeit, für sie abgestufte Möglichkeiten der Betreuung zu schaffen, beginnen die Sozialpolitiker jetzt erst zu begreifen. Das Auftreten einer Demenz, so scheint es, ist der Preis, den wir für die von vielen erstrebte Langlebigkeit zahlen müssen; eine Heilung durch die Medizin ist noch lange nicht in Sicht. Zum anderen fällt es den (noch gesunden) Pflegekräften und Therapeuten ungeheuer schwer, mit einer Klientel umzugehen, die zunächst nur durch ihre ausgeprägte, in nahezu allen Lebensbereichen spürbare Reduziertheit auffällt. Selbst einfachste Dinge des Alltags wollen den Betroffenen nicht mehr gelingen. Verwirrte, die scheinbar ziellos die Flure der Institution auf- und abgehen: Wie können wir ihrer Unruhe und Getriebenheit begegnen, wo doch ihre Sprache zunehmend verlorengeht und - welche Beleidigung für einen wachen Geist! - unsere Worte, unsere ganze zum Einsatz kommende Vernunft sie nicht mehr zu erreichen scheinen? Tatsächlich werden wir ganz schnell zu "hilflosen Helfern", wo der Mensch in der Demenz uns an unsere Grenzen bringt - wo die Situation uns ein Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen abverlangt, das aufzubringen den meisten unmöglich ist und wofür sie, sollten sie dazu in der Lage sein, keinerlei Dankbarkeit von den Betroffenen erwarten können. Als Naomi Feil in den USA eine Gesprächsmethodik vorstellte, die sich speziell an dementen Menschen ausrichtet, wirkte ihr Vorgehen revolutionär. In Deutschland griff die Pädagogin und Psychogerontologin Nicole Richard das validierende Arbeiten früh auf, prüfte Vorgehen und theoretische Annahmen der amerikanischen Vorreiterin und befand, dass sie die Methode an entscheidenden Punkten modifizieren sollte. So entstand über mehrjährige Arbeit mit Dementen hinweg ihr Ansatz der "Integrativen Validation" (IVA®), und damit ein wichtiger Baustein im Methodenarsenal: eine Art Handwerkszeug, dessen Anwendung aus zuvor hilflosen Helfern wieder handlungsfähige Pflegekräfte und Therapeuten macht - Fachleute für den Umgang mit verwirrten Menschen, Profis also, die endlich wissen, was sie tun können, und die verstehen, wann bzw. warum sie gerade so agieren sollten. Vor allem aber dient der Ansatz den dementen alten Menschen, die sich wieder verstanden fühlen und darüber ruhiger, zufriedener werden - die spüren, dass da jemand eine Brücke hinüber in ihr Erleben zu bauen versteht.

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