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11. Apr 2017 | Demenz

Die Körpersprache Demenzbetroffener deuten

Demenzbetroffene, die ihre Sprache verloren haben, setzen vermehrt ihren Körper ein, um sich verständlich zu machen. Sie brauchen einfühlsame Dolmetscher, damit Kommunikation gelingt.

Demenzbetroffene entwickeln eine eigene Mitteilungsmöglichkeit für Dinge, die ihnen wichtig sind.Foto: Werner Krüper

Ein Demenzerkrankter, dessen Sprache nicht mehr zur Verfügung steht, leidet, weiß Aktivieren- und Buchautorin Ute Schmidt-Hackenberg (10-Minuten-Aktivierung). Er spürt, dass die Wortfetzen oder Silben seiner Rede keinen Sinn mehr ergeben. Deshalb versucht er, durch häufiges Wiederholen Ordnung in seinen Satz zu bringen. Zur Verdeutlichung baut er eine eigene Körpersprache auf, angelehnt an die Körpersprache, die er früher bereits verwendet hat. "Leider wird dieser neuerliche Nothelfer von den Menschen um ihn herum nicht ohne weiteres verstanden", weiß die Fachbuchautorin. "Diese Einschränkung ist oft derart deprimierend, dass er verstummt und erstarrt. Angehörige, Besucher und mitunter auch Mitarbeiter schwanken zwischen Mitleid und Hilflosigkeit."

Doch entwickeln Demenzbetroffene eine eigene Mitteilungsmöglichkeit als Körpersprache für Dinge, die ihnen wichtig sind. "Jetzt sind wir es, die diese Signale erlernen sollten, weil sich so viele Missverständnisse vermeiden lassen", fordert Schmidt-Hackenberg in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren. Dort gibt die Autorin und Aktivierungstherapeutin Hinweise, wie Betreuende häufig zu beobachtende körperliche Ausdrucksweisen – wie wischen, mit der Faust auf den Tisch hauen, trippeln oder Oberkörperkreisen – im Kontext interpretieren können. So kann es gelingen, die Körpersprache von Menschen mit Demenz besser zu verstehen.

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Menschen mit Demenz verstehen

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Wie kann ich diesen Bewohner erreichen? Welche Möglichkeiten bleiben, wenn die verbale Kommunikation versagt? Fragen, die sich Pflegekräfte im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen stellen. Ist der sprachliche Zugang nicht mehr möglich, bleibt die Bewegung. Bewegung baut Brücken zu Menschen mit Demenz. Im ersten Teil des handlichen Ratgebers geht es um das Verständnis für die Krankheit. Der demenzkranke Mensch, seine Bedürfnisse und die Schlussfolgerungen für den Pflegealltag stehen im Mittelpunkt. Als praktische Hilfestellung empfiehlt sich im zweiten Teil die Psychomotorik. Dabei geht es nicht um wöchentliche Bewegungsstunden, sondern darum, psychomotorische Grundsätze in den Alltag einfließen zu lassen. Pflegekräfte erfahren beispielhaft, wie Bewegungsmöglichkeiten zu geben und zu fördern sind.

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