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05. Okt 2018 | Betreuung

Düfte sind Frischzellenkur fürs Gehirn

Älteren Menschen fällt es schwerer, Gerüche zu identifizieren. Demenzbetroffene verlieren einen Großteil ihrer Riechleistung noch bevor andere kognitive Fähigkeiten nachlassen. Ein Riechtraining mit ätherischen Ölen wirkt anregend auf den Hirnstoffwechsel und hilft, Erinnerungen zu wecken.

Wie ein Riechtraining mit ätherischen Ölen aufgebaut werden kann, beschreibt Maria Margreiter (links), Expertin für Aromapflege, ausführlich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren.Foto: Dabernig/2018

Im Krankheitsverlauf einer Demenz ist sehr früh eine Gehirnregion betroffen, die sowohl Gedächtnis- als auch Geruchsinformationen verarbeitet. Die Riechkolben schrumpfen noch bevor die Erinnerung und andere kognitive Fähigkeiten eingeschränkt sind. Auch der Mangel an Acetylcholin – ein wichtiger Botenstoff des vegetativen Nervensystems – im Gehirn führe zur Verschlechterung der Riechleistung, schreibt die Pflegewissenschaftlerin Maria Margreiter in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren. Bei 85 bis 90 Prozent der Patienten mit Alzheimer-Demenz trete ein Riechdefizit auf, so die Lehrerin für Pflegeberufe, die sich intensiv in Aromapflege fortgebildet hat. Die Betroffenen selbst bemerkten es kaum und berichteten aufgrund des Gewöhnungseffekts nur selten darüber. Der Duft von Oregano und Vanille beispielsweise könne von dieser Patientengruppe häufig nicht mehr erkannt werden, mit entsprechenden Beeinträchtigungen für das Geschmackserleben und das Wohlbefinden.

Einfache Riechübungen verbessern das Riechvermögen hingegen erheblich. Der Geruchssinn besitzt die Eigenschaft, dass er durch regelmäßige Reizung in seiner Fähigkeit zunimmt. Das Ausbilden neuer Riechsinneszellen dauert ein bis vier Monate. So lange sollte auch das Riechtraining mindestens durchgeführt werden, rät Margreiter. Es sollte dazu zweimal täglich, morgens und abends, an verschiedenen Duftstoffen geschnüffelt werden. Um ein großes Riechspektrum abzudecken, eignen sich gezielte Duftreize aus verschiedenen Kategorien: fruchtigen, harzige, blumige und würzige Düfte.

Wie sich ein solches Riechtraining als Duft-Lotto gestalten lässt, beschreibt die Expertin ausführlich in der aktuellen Ausgabe von Aktivieren. Interessierte lesen dort mehr über geeignete ätherische Öle, deren Auswahl und Wirkung sowie Tipps für die konkrete Ausgestaltung eines Riechtrainings. Sie kennen die Zeitschrift noch nicht? Dann sichern Sie sich Ihr kostenloses Probeexemplar.

Essen als basale Stimulation

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Essen als basale Stimulation

Essen ist weit mehr als Selbsterhaltung durch Nahrungsaufnahme. Auch die Lust am Geschmack, am Duft, am Leben gehört dazu. Es fördert das Zusammenleben in der Gemeinschaft, strukturiert den Tagesablauf, liefert Gesprächsstoff und weckt Erinnerungen. Doch gerade bei Demenzkranken ist Esskultur ein selten diskutiertes Thema. Wie sich auch die Ernährung von demenziell Erkrankten durch unkonventionelle Ideen erlebnisreicher und genussvoller gestalten lässt, zeigt Markus Biedermann, Experte für die Entwicklung von Verpflegungskonzepten in Altenheimen. Der theoretische Teil des Buches behandelt Aspekte der senilen Demenz, Malnutrition, Riech- und Schmeckstörungen, beschreibt das Essen reichen, die Trinkkultur sowie Fingerfood. Im praktischen Teil erläutert der Autor anhand von Untersuchungen die Umsetzung vom Kochen am Bett, Fingerfood und Eat by Walking. Gleich zum Ausprobieren mit verschiedenen Rezepten, einem Fragebogen zur Essbiographie und Beobachtungsbögen, die sich gut in der Praxis einsetzen lassen.

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1 Kommentare

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02. Nov 2018

dem Beitrag D U F T L O T T O der Pflegewissenschaftlerin Frau Maria Margreiter ...sei ein Spruch aus dem Volksmund angefügt.... ich kann Dich nicht riechen. Von Anbeginn der menschlichen Existenz an spielen Geruchseindrücke eine dominierende, lebenswichtige Rolle, und werden sogar abgespeichert. Selbstverständlich gilt dies aber auch für andere Lebewesen. Hinreichend sollte bekannt sein bereits beim Anblick leckerer Speisen läuft jedem das Wasser im Munde zusammen; der Grund das Verdauungsenzym Ptyalin, das der Vorverdauung von Kohlehydraten dient. In einer Kaskade werden weitere Verdauungsenzyme wie Pepsin, Amylase, Chymotrypsin aktiviert. Dies läuft ohne jedwedes DU F T - L O T T O ab. Wenn das angenehm duftende Essen in Seniorenresidenzen alle Sinne positiv anspricht ist dies ein Gewinn für die Sinne, und täglich eine Frischzellenkur für das Gehirn. Störend in diesem "duftenden" Beitrag ist die peinliche Gewichtung auf " Demenzbetroffene " und die Zentrierung auf den oberflächlichen Begriff " Alzheimer-Demenz " als Einzelbegriff. Als Lehrerin für Pflegeberufe sollte Frau Maria Margreiter wissen bis heute gibt es KEINERLEI schlüssige Erkenntnisse was die Begrifflichkeiten Demenz, Alzheimer-Demenz, Parkinson etc. wissenschaftlich sauber, nachvollziehbar erfasst. Die ausgelöste, auch öffentliche Hysterie D E M E N Z, ist leicht durchschaubar... Milliarden Einnahmen der Pharmabranche für Tranquilizer, Antipsychotika, Schlafmittel, Antidementiva, Neuroleptika wie dies Prof. Dr. Gerd Glaeske , Co-Leiter Socium Forschungszentrum formuliert...Zitat .... satt....sauber, ruhiggestellt..... Also besser vermeintliche Riechdefizite mit Aromapflege und Erkennungstraining aktivieren als unsere Pflegebedürftigen satt...sauber ....ruhigstellen.... Viel Erfolg beim Schnüffeln.....

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