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18. Dez 2019 | News

Gesundheitssenatorin: Leiharbeit in der Pflege den Kampf ansagen

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci will gegen Leiharbeit in der Pflege vorgehen. Da ein solcher Eingriff in den Arbeitsmarkt nur auf Bundesebene möglich sei, werde sich das Land Berlin im Bundesrat für ein Verbot einsetzen, sagte die SPD-Politikerin jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz.

Sieht im vermehrten Einsatz von Zeitarbeitskräften in der Pflegebranche einen "Anlass zur Sorge": Dilek Kalayci, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Landes Berlin.Foto: ddp images/Clemens Bilan

Der steigende Einsatz von Zeitarbeitskräften in der Pflegebranche sei ein "Anlass zur Sorge", da die Qualität der Pflege durch die wechselnde Belegschaft leide, sagte Kalayci. Zwar sei bundesweit davon die Rede, dass nur zwei Prozent des Pflegepersonals bei Zeitarbeitsfirmen angestellt seien. In Berlin liegt der Durchschnitt laut Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) jedoch bei sieben Prozent. In einigen Fällen würden sogar 30 Prozent einer Schicht durch Zeitarbeiter besetzt.

Die Senatorin sieht diese Entwicklung auch deshalb kritisch, weil die Leiharbeit das Problem des Fachkräftemangels verstärke und die Belastung für Festangestellte steige. Diese müssten vermehrt organisatorische Aufgaben sowie Wochenend- und Nachtschichten übernehmen. "Es kann nicht so asymmetrisch wie bisher weitergehen, dass eine Fachkräftemangel-Situation so dermaßen missbraucht wird", so Kalayci.

Neben einer Bundesratsinitiative zur generellen Unterbindung der Arbeitnehmerüberlassung im Pflege- und Krankenhausbereich kündigte die Politikerin für Berlin ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Zeitarbeit in der Pflege an. Teil dessen soll nicht zuletzt ein Gutachten zur Prüfung der Auswirkungen der Leiharbeit auf die Pflegequalität und Versorgungssicherheit sein.

Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) kritisierte Kalaycis Plan. Nach Einschätzung des Verbands würde im Fall eines Verbots von Leiharbeit zwar ein Teil der derzeitigen Leiharbeiter in die Stammeinrichtungen – also Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser – wechseln. "Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass diese Pflegekräfte den Beruf wechseln und der Pflege nicht mehr zur Verfügung stehen", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

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3 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

09. Jan 2020

Endlich jemand, der der Zeitarbeit in der Pflege Paroli bietet. Es kann wahrlich nicht sein, dass wir festangestellten Fachkräfte die Bequemlichkeit der Zeitarbeitskräfte hinsichtlich der Pflegedokumentation begünstigen sollen. Mag sein, dass es auch Fachkräfte in der Zeitarbeit gibt, die ihren Beruf sorgfältig ausfüllen (das sind aber meist nur die, die in der Zeitarbeit zusätzlich zu ihrer Festanstellung eine geringfügige Beschäftigung in einer Zeitarbeitsfirma angenommen haben).Es liegt jedoch klar auf der Hand, dass man sich als Zeitarbeitskraft nie mit den Zielen des Unternehmens und der Strukturen einer Einrichtung identifiziert. Eine ECHTE Entlastung sind "reine" Zeitarbeitskräfte nicht!

Unbekannter Nutzer

19. Dez 2019

Nun sind also die Zeitarbeitskräfte die Bösewichte. Liebe Frau Kalacy, ich glaube, Sie haben keine Ahnung von dem, was Sie hier verzapfen. Statt populistischem Geschwätz sollten Sie lieber darauf hinarbeiten, endlich annehmbare Bedingungen in der Pflege zu schaffen. Solange Investoren die Heime lediglich zum Wachstum ihrer eigenen Brieftasche missbrauchen, solange werden sich auch die Bedingungen nicht ändern. Anstatt also auf die Zeitarbeitskräfte einzudreschen ( welche übrigens oft genug dafür sorgen, dass viele Heime überhaupt noch einigermaßen funktionieren ), sorgen Sie lieber für Gesetze, welche es geldgierige Investoren verbietet, die Pflege als gewinnträchtige Anlage zu benutzen.

Unbekannter Nutzer

19. Dez 2019

Liebe Frau Dilek Kalayci, wem wollen Sie den Kampf ansagen? Das sind die Früchte der Fehlentwicklung in der Pflege. Wer ersetzt denn dann die fehlenden Pflegekräfte? Das Ganze wird wieder auf dem Rücken des Pflegepersonals ausgetragen und die Leidtragenden sind dann wieder die Patienten bzw. die Zupflegenden. Nicht Kampf, sondern eine solide Lösung ist der Weg.

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