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03. Aug 2020 | News

Hauseigene Ethik-Komitees können Knoten lösen

Die Zahl der Pflegeeinrichtungen in Deutschland, die ein hausinternes Ethik-Komitee ins Leben gerufen haben, kann man an einer Hand abzählen. Zu den wenigen Häusern gehört das "Demenz Zentrum Wolfratshausen" in Oberbayern. Dass in der AWO-Einrichtung ein solches Gremium installiert ist, dafür hat Gabi Strauhal gesorgt.

Hat im AWO Demenz Zentrum Wolfratshausen ein hausinternes Ethik-Komitee installiert: Gabi Strauhal, Leiterin des Bereichs "Qualität & Ethik".

Foto: Holger Jenrich

Viermal im Jahr kommt das hausinterne Ethik-Komitee unter Vorsitz der 47-Jährigen zusammen. Ihm gehören neun Personen an - neben zwei internen Mitarbeiterinnen sieben Fachleute von außen: eine Psychogerontologin etwa, ein Arzt, ein Elektrotechniker oder eine Seelsorgerin. "Das garantiert, dass möglichst viele Sichtweisen mit eingebracht werden", sagt Gabi Strauhal.

Aufgabe des Komitees ist es, bei komplizierten ethischen Entscheidungsfindungen zu unterstützen. Festgezurrte Knoten zu lösen, falls Mitarbeiter und Angehörige von sich aus in einer vorgelagerten Fallbesprechung zu keinem Ergebnis kommen. Die Spannbreite der zu lösenden Fälle ist immens. Mal geht's um die Verweigerung von Medikamenten oder Essen, mal um sexuelle Übergriffe, mal um Körperhygiene. Oder auch um die simple Frage, ob eine Bewohnerin eigentlich zwingend am Tisch essen, im Sessel lesen, im Bett liegen muss – oder ob sie, wenn sie's denn will, nicht einfach den ganzen Tag auf dem Boden verbringen darf.

"Wir hinterfragen immer: Was tut der Person gut und was schadet ihr am wenigsten?", sagt Gabi Strauhal, "wir ändern beim Diskutieren immer mal den Blickwinkel und bemerken so Dinge, die wir sonst vielleicht übersehen hätten."

Was es mit dem Ethik-Komitee sonst noch auf sich hat und warum für Gabi Strauhal gutes und richtiges Handeln an oberster Stelle steht, das und vieles mehr lesen Sie im Porträt "Die Knotenlöserin" in der aktuellen Ausgabe von Altenpflege.

Was sollen wir tun

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Was sollen wir tun?

Wie entscheide ich in Konfliktsituationen? Welchen Wertmaßstäben fühle ich mich als Altenpfleger/in verpflichtet? Wer sich in der Pflege alter Menschen engagiert, wird immer wieder mit diesen Fragen konfrontiert. Fachliche Standards, gesellschaftliche Normen und ganz persönliche Überzeugungen treffen aufeinander. Nicht selten führt dies zu Konflikten, die nicht nur auf der rein rechtlichen oder fachlichen Ebene zu lösen sind. Hier unterstützt die ethische Reflexion über die Pflegepraxis. Mediator und Fachautor Karl-Heinz Risto stellt eine Fülle konkreter Fallbeispiele aus der Pflege vor. Sie laden ein, die ethische Reflexion zu üben, die eigene Position zu klären oder zu entwickeln. Als Orientierungshilfe dienen verschiedene philosophisch-ethische Konzepte. Ausführlich vermittelt der Autor die Methodik und Technik der Ethischen Fallbesprechung. Ein wichtiges Hilfsmittel, um alle von einem Konflikt Betroffenen an einer tragfähigen Lösung zu beteiligen. Ein hervorragendes Arbeitshandbuch für PDLs und Pflegekräfte, die mehr Sicherheit im Umgang mit Konfliktsituationen suchen.

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