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26. Mrz 2020 | News

Kaum Covid-19-Infektionen bei ambulanter und stationärer Pflege

Das Coronavirus ist für Senioren besonders gefährlich. Daher sind Infektionen in Heimen und bei ambulanten Pflegekräften heikel. Doch bisher stemmen sich die Anbieter erfolgreich gegen eine Verbreitung des Virus.

Bisher sind Covid-19-Infektionen in Hessens Pflegeeinrichtungen offenbar die Ausnahme. Foto: Adobe Stock/photoguns

Trotz steigender Infektionszahlen durch das Coronavirus in Hessen sind Pflegeheime und ambulante Pflegedienste bisher kaum betroffen. "Aktuell wurde uns nur eine Handvoll Fälle angezeigt sowohl ambulant als auch stationär", sagte Michael Greiner, Geschäftsstellenleiter Mitte des Landesverbands Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) in Frankfurt am Mittwoch. Daher sei man zuversichtlich, dass die Einrichtungen und Dienste die Empfehlungen der Behörden nahtlos umsetzten im engen Austausch mit Pflegebedürftigen und Angehörigen.
Während das Pflegeangebot gesichert ist, gebe es Veränderungen auf der Nachfrageseite: Aus Angst vor Infektionen versuchten einige Pflegebedürftige Leistungen in Bereich soziale Betreuung und Versorgung herunterzufahren oder kurzzeitig auf Angehörige zu übertragen. Ein Problem, dass osteuropäische Pflegekräfte wegen Covid-19 Deutschland verließen und deshalb den Pflegediensten Mitarbeiter in größeren Umfang fehlten, sei nicht bekannt. Laut dem Statistischen Landesamt waren zuletzt 206 000 Menschen in privaten Haushalten pflegebedürftig. Zwei Drittel davon wurden durch selbst organisierte Pflegehilfen versorgt, ein Drittel durch ambulante Pflegedienste. 55 700 leben in Pflegeheimen. Die Zahl der Covid-19-Infektionen in stationären Pflegeeinrichtungen wird nicht gesondert vom Land erfasst. Solange es keine Häufungen gebe, lägen solche Fälle in der Zuständigkeit der Gesundheitsämter, sagt eine Sprecherin des hessischen Sozialministeriums.
Bisher sind es eher Einzelfälle: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit 39 vollstationären Einrichtungen in Hessen registrierte nur die Infektion einer Betreuerin im Lahn-Dill-Kreis - und keine infizierten Bewohner. Im Bezug auf die Gesamtsituation der Pflegeeinrichtungen sagt DRK-Sprecherin Gisela Prellwitz daher: "Es ist noch alles gut, wie es weitergeht, können wir aber nicht wissen." Besuche sind in den Einrichtungen nur noch im Ausnahmefall möglich, beispielsweise bei Sterbefällen oder wenn der Hausarzt komme. Die Regelungen stießen auf Verständnis. "Die Angehörigen sind sehr kooperativ", erklärt Prellwitz. Einige Bewohner litten allerdings unter der Situation. Die Pflegekräfte seien ausgebildet, auf Ängste einzugehen. Auch das DRK hat keine Personalprobleme.

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