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03. Aug 2018 | News

Laumann: Neues Gesetz kann auf Kosten der Altenpflege gehen

Trotz des neuen Milliardenprogramms gegen den Pflegenotstand befürchtet Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine weiter abnehmende Attraktivität der Jobs in der Altenpflege. "Wir müssen sehr aufpassen, dass die Verbesserungen im Krankenhausbereich nicht auf Kosten der Altenpflege gehen", so der Politiker.

"Wir müssen sehr aufpassen, dass die Verbesserungen im Krankenhausbereich nicht auf Kosten der Altenpflege gehen": Karl-Josef Laumann (CDU), Sozial- und Gesundheitsminister in Nordrhein-Westfalen.Foto: MAGS

Seine Sorge begründete Laumann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit dem starken Lohngefälle zwischen den Arbeitsplätzen im Krankenhaus und im Pflegeheim. "Ich habe die Befürchtung", so Laumann, "dass wir mit den neuen Regelungen einen Sog ins Krankenhaus auslösen und sich die Situation in der Altenpflege weiter verschärft."

Beschäftigte in der Altenpflege müssten vergleichbare Rahmenbedingungen erhalten wie das Personal in den Krankenhäusern, forderte Laumann. "Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wenn eine Altenpflegeeinrichtung keine Tariflöhne zahlt", kritisierte er, "meiner Ansicht nach ist das vor allem eine Frage des nicht Wollens – eher als des nicht Könnens."

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch einen milliardenschweren Gesetzentwurf von Laumanns Parteifreund und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verabschiedet, um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken (wir berichteten unter "Kabinett bringt Pflegepersonal-Stärkungsgesetz auf den Weg"). Damit sollen allein in der Altenpflege 13.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Allerdings wird die Arbeit in der Altenpflege auch weiterhin schlechter bezahlt als Einsätze in der Krankenpflege.

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5 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

09. Aug 2018

Sehr geehrter Herr Minister Laumann, was Sie hier gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur verlauten lassen, ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Es ist doch Ihre Partei unter der Federführung ihres Parteikollegen Rüddel, der die Zusammenlegung der Altenpflege mit der Krankenpflege in Form einer dreijährigen gemeinsamen Pflegefachkraftausbildung vehement blockiert und schließlich im letzten Jahr verhindert hat. Als ehemaliger Geschäftsführer einer Senoirenresisidenz vertritt Herr Rüddel offensichtlich ausschließlich nur die Interessen der privaten Arbeitgeber in der Pflege. Kirchliche Pflegeeinrichtungen der Diakonie bzw. Caritas können bei uns hier in Deutschland mit unseren Geldern der Pflegeversicherung eigenartigerweise bekanntlich schon länger Altenpflegefachkräften Tarifgehälter bezahlen, nur für Herrn Rüddel und seine Lobbymannschaft.sind flächendenkende Tarifgehälter in der Altenpflege undenkbar. Ich wünsche Ihnen und allen Verantwortlichen in der Politik, dass der von Ihnen so befürchtete Sog in die Krankenhäuser so stark wird, dass nicht nur allein die CDU/CSU Fraktion im Bundestag endlich aufwacht und für eine gerechte Bezahlung aller Pflegekräfte auch in der Altenpflege entsprechend ihrer fachlichen Ausbildung eintritt und auch durchsetzt.

Unbekannter Nutzer

09. Aug 2018

Das neue Gesetz wird sicher die Altenpflege weiter demontieren, wer glaubt denn ernsthaft daran, dass man damit besser ausgebildete Pflegekräfte bekommt, wenn die dauernd wechseln und natürlich werden viele dahin gehen, wo es mehr Geld gibt. Die gute Nachricht ist, wer alte Menschen lieber pflegt,wird dort auch bleiben, aber erst nach dem Examen eingearbeitet werden. Geld ist nicht alles, bessere Arbeitsbedingungen sind nötig, kein Arbeiten auf der Flucht und keine Sklaverei.

Unbekannter Nutzer

09. Aug 2018

Eine bodenlose Unverschämtheit, so einen Text als Gesundheitsminister von sich zu geben, vielleicht sollte er sich doch irgendwann einmal wirklich mit dem Thema beschäftigen: ... "wenn eine Altenpflegeeinrichtung keine Tariflöhne zahlt", kritisierte er, "meiner Ansicht nach ist das vor allem eine Frage des nicht Wollens – eher als des nicht Könnens.""

Unbekannter Nutzer

09. Aug 2018

Ich bin auch für eine deutlich bessere Bezahlung - gerne auch nach Tarif ! Dann muss das aber auch der Wille der Kostenträger da sein, das zu bezahlen ! Der Sozialhilfeträger vor Ort wird nicht erfreut sein und vermutlich in Verhandlungen widersprechen, wenn die Pflegesätze auch um 10-20 % steigen müssen. Die Finanzierung in der Altenpflege ist nämlich eine gänzlich andere als im Krankenhaus. Übrigens ist es schön, wenn 13.000 neue Stellen geschaffen werden, dann haben wir ja bald 13.000 offene Stellen mehr, die nicht besetzt werden können und das Schlimmste ist, der Öffentlichkeit wird mit solchen Vorhaben durch die Politik singnalisiert, wir tun ja was......

Unbekannter Nutzer

06. Aug 2018

Bzgl. der Tariflöhne... Dann soll doch die Politik dafür sorgen, dass der Tariflohn in allen Einrichtungen gesetzlich vorgeschrieben wird...

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