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12. Sep 2017 | News

Merkel spricht von "riesen Personalmangel"

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich zur Überwindung des Fachkräftemangels in der Pflege für Verbesserungen des Berufes und seiner Bezahlung einsetzen sowie auf Pfleger aus dem EU-Ausland zurückgreifen. Das sagte die CDU-Vorsitzende am 11. September in der in Lübeck aufgezeichneten ARD-"Wahlarena".

Wortduell vor laufender Kamera: Der Pflege-Azubi Alexander Jorde (links) und Bundeskanzlerin Angela Merkel reden in der ARD-Wahlarena über das Thema Pflege.Screenshot: ARD-Wahlarena

Das Berufsbild solle attraktiver gemacht werden, dafür müssten auch die Tarifpartner in ihren Verhandlungen sorgen, so Merkel. Es gebe, das sei unumstritten, einen "riesen Personalmangel". Notfalls müssten in dieser Situation Pflegekräfte aus europäischen Ländern helfen: "Jetzt brauchen wir auch die Leute. Das ist richtig."

Ein 21-jähriger Nachwuchspfleger aus Hildesheim gab der Kanzlerin in der live übertragenen Sendung Contra. Alexander Jorde, der zurzeit eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert, kritisierte mit deutlichen Worten das CDU-Wahlprogramm. Darin stehe, dass sich niemand um die Pflege sorgen müsse, so der junge Mann. Aber das stimme nicht. Die Würde der Menschen in Pflegeheimen und Krankenhäusern werde "tausendfach verletzt". Die Pfleger seien überlastet und für zu viele Bewohner beziehungsweise Patienten zuständig. Er forderte von der Politik, durch öffentliche Kampagnen für Pflegeberufe zu werben: "Wenn's keiner macht, dann wird's brenzlig."

Merkel reagierte noch in der Sendung auf die Vorwürfe des Azubis. "Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass zum Schluss alles zu bester Zufriedenheit ist, aber es wird mehr Standard da reinkommen", so die Kanzlerin wörtlich, "ich hoffe, dass es in zwei Jahren besser ist."

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4 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

14. Sep 2017

Frau Merkel läuft seit Jahren mit "Pflege"-Scheuklappen rum...der größte Witz ist, dass Sie allen Ernstes meint, in Europa noch Pflegefachkräfte nach Deutschland holen zu können. Den Ausbildungsberuf "Altenpflege" gibt es so nur in Deutschland...niemand,der geistig klar ist und im Rahmen eies dualen Studiums Krankenpflege gelernt/ studiert hat(normalfall im nicht deutschen EU Land) ist interessiert daran, unterbezahlt und gesellschaftlich minder anerkannt in der Altenpflege zu arbeiten. Dieser Markt ist längst abgegrasst. Die nordischen Länder haben einfach zu aktraktive monetäre Angebote. Darüber hinaus sind die Anerkennungsverfahren dort unbürokratischer und schneller. Die Anerkennung der ausländischen Examen ist bis dato noch Ländersache...da braut jeder sein eigenes Süppchen. Liebe Frau Merke: Wachen Sie auf! Der schon vor 20 Jahren prognostizierte Pflegenotstand klopft bereits seit Jahren gegen Ihre Tür...es wird Zeit, dass unserePflegekräfte, egal ob examiniert oder nicht, Streifen auf die Schultern bekommen. Als 2. größter Beschäftigungsbereich in Deutschland sollten alle in diesem Bereich ein deutliches Zeichen zeichen gegen dieses Ignoranz setzt!!!

Unbekannter Nutzer

14. Sep 2017

...*setzten!!!

Unbekannter Nutzer

14. Sep 2017

Wolfgang Lausch. Wir leben in Deutschland. Uns kann es doch egal sein wie es im Ausland ist, wenn es unseren eigenen Senioren besser geht.

Unbekannter Nutzer

14. Sep 2017

Alle Parteien hatten die Möglichkeit, präventiv für die Verbesserung der Pflege zu sorgen. Statt verbesserte Prrsonalschlüssel, gab es immer mehr Verordnungen und sog. Pflegestärkungsgesetze. Gestärkt wurde die Bürokratie. Eine bessere Bezahlung in der Altenpflege von der Einführung der Generalistik abhängig zu machen, ist unglaubwürdig. Dranbleiben nach dem 24.9. und Merkel und Schulz beim Wort nehmen oder sie daran bei jeder Gelegenheit erinnern.

Unbekannter Nutzer

14. Sep 2017

....wie schön Frau Bundeskanzlerin, zuerst werden die osteuropäischen 24 Stunden - Kräfte angeworben, die Anfangs häufig ohne gültige Arbeitserlaubnis, eine unterbezahlte Pflege leisteten und für die Pflegebedürftigen mangels Fach - und Sprachkenntnissen eine wirkliche Zumutung waren. Als große EU - Politikerin dürfte Frau Merkel ebenfalls bekannt sein, dass die neuerliche Abwerbung von Pflegefachkräften zu großen Pflegedefiziten in deren Herkunftsländern führen, bzw. schon geführt haben! Das nennt sich dann nachhaltige Politik !!!

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