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31. Okt 2018 | News

Migrationsforscher: "Anwerbung von Pflegern löst die Probleme nicht!"

Der Osnabrücker Migrationsforscher Jochen Oltmer warnt davor, vermehrt Pflegefachkräfte aus weniger entwickelten Staaten für die westlichen Industrieländer anzuwerben. Der Wegzug gut ausgebildeter Fachkräfte habe dramatische Folgen für das Gesundheitswesen der Heimatländer, sagte der Historiker dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Hält wenig davon, mehr und mehr Pflegefachkräfte aus weniger entwickelten Staaten für die Altenpflege in Deutschland anzuwerben: Jochen Oltmer, Professor am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück.Foto: Universität Osnabrück

Die Abwanderung von Fachkräften etwa nach Europa bedeute, dass die ohnehin schlechtere Versorgung in den Herkunftsländern weiter verschlechtert werde, so Oltmer. Der Professor am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück sieht den Einsatz von ausländischem Personal zur Lösung der hiesigen Personalprobleme generell kritisch: "Zuwanderung kann einen Beitrag dazu leisten, in einer Übergangsphase, in der es um eine grundsätzliche Neuausrichtung im Pflegebereich geht, ein Stück weit einen Mangel auszugleichen. Er kann auch dazu dienen, Pflegekräfte aus anderen Ländern aus- und fortzubilden. Sehr viel mehr aber nicht."

Oltmer warb dafür, die Anwerbungen von Fachkräften in anderen Ländern vertraglich zu regeln: "Internationale Standards müssen entwickelt werden, damit die Konkurrenz um Pflegefachkräfte die globale Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung nicht weiter anwachsen lässt."

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3 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

02. Nov 2018

Den Aussagen von Herrn Ottmer kann ich nur zustimmen! Höchstens würde ich noch ergänzen, daß man Geflüchteten, die sich bereits in Deutschland aufhalten und die dies möchten, eine sichere Möglichkeit geben sollte, eine Ausbildung im Bereich Pflege zu machen und später dann auch dort den Beruf zu ergreifen. Dies aber nicht primär unter dem Aspekt, unsere Lücken zu stopfen, sondern eher, um nach einer Rückkehr in ihr Heimatland möglicherweise bessere Chancen auf dem dortigen Arbeitsmarkt zu haben.

Unbekannter Nutzer

05. Nov 2018

dies wäre eine wirksame Entwicklungshilfe.... in der Tat...

Unbekannter Nutzer

01. Nov 2018

Ich stimme der Ansicht von Herrn Professor Oltmer in vollem Umfang zu und freue mich, dass die Anwerbung von ausländischen Pflegekräften und die Ausbildung von einer hohen Zahl von Migranten zu Pflegekräften so deutlich kritisiert wird. Es dient meines Erachten oft nur dazu die, durch politische Fehlentscheidungen hervorgerufene und lange ignorierte Dramatik der momentanen Situation im Pflegebereich zu verschleiern. Wohlgemerkt, ich erkenne die Leistungen und die Kompetenz der Personen mit Migrationshintergrund in hohem Maße an und bedanke mich für die Bereitschaft, die überlasteten Mitarbeiter in unseren Pflegeeinrichtungen zu entlasten. Ich bin ebenso wie er der Überzeugung, dass die ausländischen Mitarbeiter in dem deutschen Gesundheitssystem nur kurzfristig den Mangel an genügend Personal überbrücken können und dann, genau aus den genannten Gründen, mit der guten Ausbildung, die sie in Deutschland erfahren haben, die Situation auch im eigenen Land nachhaltig verbessern können. Ein "reicher" Staat wie die Bundesrepublik Deutschland sollte hierin seine Aufgabe sehen, sinnvolle Entwicklungshilfe zu leisten. Wir können bei vernünftigen Rahmenbedingungen m.E. eine weitaus höhere Anzahl von Auszubildenden in Pflegberufen gewinnen, die dann gerne und vor allem dauerhafter in diesen schönen und erfüllenden Berufen tätig sein werden. Eine Abwälzung des Problems auf andere Staaten und Menschen sollte nicht als Alibi für die politischen Fehlentscheidungen unserer Entscheidungsträger gelten, sondern ein grundsätzliches Umdenken in der nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen aller Pflegekräfte (Personalaustattung, Bezahlung und Anerkennung der hohen Leistungen und der Bereitschaft zur Problemlösung) einleiten.

Unbekannter Nutzer

01. Nov 2018

Für die Erkenntnis, dass die Anwerbung von ausländischen Pflegekräften die inländischen Probleme nicht löst, benötigten wir ganz dringend die Aussage eines Migrationsforschers, da wären wir nie im Leben von alleine drauf gekommen.

Unbekannter Nutzer

05. Nov 2018

wie wahr....

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