Created with Sketch.

05. Jun 2020 | News

Ministerin warnt vor Isolierung in Pflegeeinrichtungen

Petra Grimm-Benne spricht sich dafür aus, das Selbstbestimmungsrecht der Bewohnerinnen und Bewohner wieder stärker zu achten.

Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne: Maxime "Schutz und Sicherheit statt sozialer Kontakte" könne nicht uneingeschränkt gelten. Foto: MS Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne hat an die Pflege- und Behinderteneinrichtungen im Land dringend appelliert, Bewohnerinnen und Bewohnern der stationären Einrichtungen nicht unangemessen stark zu isolieren. Aus dem Wunsch heraus, die Bewohnerinnen und Bewohner optimal zu schützen, werde zum Teil die Möglichkeit sozialer Teilhabe zu sehr beschnitten, sagte Grimm-Benne. Die Ministerin sagte, sie sei sich bewusst, dass es keine einfachen Lösungen gebe und dass sorgsames Abwägen nötig sei. Viele Einrichtungen gingen hier sehr verantwortungsbewusst vor. Es sei ihr aber wichtig, das Thema in den Fokus zu rücken, da sie in den vergangenen Wochen zum Teil erschütternde Briefe von Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Altenhilfeeinrichtungen oder von deren Angehörigen erhalten habe.

Hygiene- und Abstandsregelungen seien zur Eindämmung der Corona-Epidemie unerlässlich. Je geringer die Fallzahlen in Sachsen-Anhalt seien und je mehr allgemeine Kontaktbeschränkungen zurückgenommen würden, desto stärker müsse auch das Selbstbestimmungsrecht der Bewohnerinnen und Bewohner geachtet werden.

In Erlassen an Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen verweist das Ministerium auf die gelten Besuchsrechte für stationäre Einrichtungen. Danach bestehe keine Ausgangssperre für Bewohnerinnen und Bewohner. Eine rechtliche Handhabe, mobilen Bewohnern/innen den Ausgang aus der Einrichtung zu verweigern, werde nicht gesehen.

Die Gesundheit und der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Zu- und Angehörigen sei oberstes Anliegen, sagte Grimm-Benne. Gleichzeitig müssen wir jedoch dem Bedürfnis der Bewohner und Angehörigen nach sozialen Kontakten Rechnung tragen und verhindern, dass die soziale Isolation zu gesundheitlichen Schäden führt.

Basale Stimulation in der Betreuung

Bücher

Basale Stimulation in der Betreuung

Wie sind Menschen mit Demenz zu erreichen? Welche Kontaktmöglichkeiten bleiben, wenn die verbale Kommunikation versagt? Wie lässt sich die Lebensqualität und das Wohlbefinden bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz fördern? Mit menschlicher Nähe und Berührung bereichert hier die Basale Stimulation den Alltag von demenziell erkrankten Menschen und Betreuenden. Das Buch zeigt die Chancen, aber auch Grenzen der Basalen Stimulation auf. Es ermöglicht ein tiefes Verständnis für das Konzept und erklärt, wie Betreuungskräfte Körpererfahrungen im Rahmen der Einzelbetreuung anbieten können. Der Autor beschreibt leicht verständlich die Modelle der Basalen Stimulation und die verschiedenen praktischen basal stimulierenden Angebote.

Tags

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok