Created with Sketch.

20. Nov 2020 | News

Pflegeheim-Leitung wird abgesetzt

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg wird die Heimleitung laut Berlins Gesundheitssenatorin abgesetzt. Die Heimaufsicht habe den weiteren Einsatz der Leitung untersagt, sagte Dilek Kalayci (SPD) in einer Fragestunde im Abgeordnetenhaus am 19. November.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte, die Heimaufsicht habe den weiteren Einsatz der Leitung in dem Kursana Domizil Berlin-Lichtenberg untersagt. Dort war es zu einem Corona-Ausbruch mit mehreren Toten gekommen.

Foto: Clemens Bilan

Bis zum 20. November um 15 Uhr würden vom Träger neue Personalvorschläge für die Position erwartet. Sollte dies nicht erfolgen, werde über weitere Maßnahmen nachgedacht. "Die Feststellung des Gesundheitsamtes und der Heimaufsicht zeigen, dass Hygienevorgaben nicht beachtet worden sind", sagte Kalayci. Das betreffe einzelne Beschäftigte und die Heimleitung. Bei den Bewohnern sind bislang mehr als 15 Todesfälle nach Corona-Infektionen bestätigt.

Bei dem großen Corona-Ausbruch hat vermutlich das Personal die Bewohner angesteckt. Das geht aus einem Bericht des Pandemiestabs hervor, über den das Bezirksamt am 18. November informierte. Danach sei das Heim den Nachbesserungen, die der Amtsarzt bereits Anfang Oktober mit Blick auf Kontakte und Hygiene gefordert hatte, nicht in ausreichendem Maße nachgekommen, sagte eine Sprecherin. Ein Teil der verbliebenen Bewohner des Heims musste in andere Einrichtungen verlegt werden. Neue Tests sind in der Auswertung. Dass Heimpersonal die Ursache für den Ausbruch sei, lasse sich vermuten, aber noch nicht mit Sicherheit sagen, sagte die Sprecherin. Nach dem Bericht war der Lichtenberger Amtsarzt seit Anfang Oktober mehrfach im Pflegeheim Kursana Domizil Berlin-Lichtenberg, das zur Dussmann-Gruppe gehört. Er ordnete unter anderem Abstriche der Bewohner und des Personals an. Für Mitarbeiter mit direktem Kontakt zu erkrankten Bewohnern wurde Quarantäne verhängt. Das Gesundheitsamt habe das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin auch über Versäumnisse beim Arbeitsschutz informiert und vom Betreiber das Hygienekonzept und -handbuch gefordert, heißt es im Bericht. Ende Oktober 2020 seien alle Bewohner und das gesamte Personal getestet worden. Am 5. November habe der Amtsarzt das Heim erneut besucht und Verbesserungen bei der Einhaltung des Hygieneplans angeordnet. Am 13. November 2020 informierte das Pflegeheim über 44 positive Testfälle. Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 12 Bewohner gestorben.

Ein Insider hat laut einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur unter anderem berichtet, in Lichtenberg seien Schutzmasken trotz entsprechender Vorgaben nicht getragen worden. Der Betreiber habe sich schuldig gemacht. Doch das könne überall sonst auch so passieren. "Derart pauschale Vorwürfe möchten wir nicht kommentieren", sagte eine Kursana-Sprecherin. "Selbstverständlich gehen wir allen konkreten Hinweisen nach." In der Pressemittelung des Bezirksamts heißt es unter anderem: "Der Pandemiestab geht davon aus, dass die Hygienemaßnahmen und erteilten Auflagen umgesetzt werden und der Betreiber engmaschige Kontrollen und Belehrungen des Hygienemanagements vornimmt."  Dazu sagte die Kursana-Sprecherin: "Hierzu bekräftigen wir, dass wir konsequent darauf achten werden, dass unsere strikten Hygienemaßnahmen eingehalten werden und wir dies engmaschig kontrollieren." Kursana habe sehr hohe Sicherheitsstandards und gute Hygienekonzepte, die aber in Zeiten einer solch weitreichenden Pandemie nicht verhindern könnten, dass die Corona-Infektionsketten auch Seniorenbetreuungseinrichtungen erreichen. "Speziell unter den winterlichen Bedingungen mit gegenüber dem Frühjahr deutlich gestiegenen täglichen Fallzahlen bei Neuinfektionen, die sich verfünffacht haben", ergänzte die Sprecherin. "Erteilte Auflagen werden wir selbstverständlich umsetzen."

Laut einer Umfrage von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR unter den Gesundheitsministerien der Bundesländer gibt es aktuell in weit mehr als 1000 der bundesweit etwa 12 000 Alten- und Pflegeheime Corona-Fälle.

Rechtskunde

Bücher

Rechtskunde

Die Neuauflage erscheint Ende Oktober - jetzt vorbestellen! Rechtskundig im besten Sinne des Wortes macht dieses Lehrbuch. Fallorientiert und verständlich sind Rechte der Pflegebedürftigen und der in der Pflege Beschäftigten dargestellt. Rechte kennen, wahrnehmen, verteidigen. Die eigenen, wie die Rechte der Pflegebedürftigen. Mit diesem Handbuch vom Rechtsexperten Thomas Klie gelingt es. Die 12., überarbeitete und erweiterte Auflage berücksichtigt alle gesetzlichen Neuregelungen. Das Lehrbuch orientiert sich an den Inhalten des Rahmenlehrplans zur generalistischen Ausbildung. Aus aktuellem Anlass werden eine Reihe von Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie fallbezogen aufgegriffen.

Tags

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok