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06. Feb 2018 | News

Pflegende empören sich über Erwin Rüddel

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag und innerhalb der Unionsfraktion langjähriger Berichterstatter für Pflege, hat sich mit einem Kommentar auf Twitter den Unmut vieler Pflegender zugezogen und für böse und ironische Reaktionen in den sozialen Netzwerken gesorgt.

Hat sich mit einem Kommentar beim Kurznachrichtendienst Twitter unter Pflegenden unbeliebt gemacht: Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags.Foto: Laurence Chaperon

Um dem Pflegenotstand beizukommen, sollten Pflegende doch bitte besser über ihren Beruf reden – dann würde dieser auch wieder attraktiver für Nachwuchskräfte und es brächen "Gute Zeiten für gute Pflege" an, hatte Rüddel am späten Abend des 3. Februar getwittert. Die Reaktionen folgten prompt. Auf Facebook, Twitter, WhatsApp lesen ihm seither empörte Pflegekräfte die Leviten. Selbst der "Spiegel" hat darüber inzwischen berichtet.

Statt, wie vom Politiker gewünscht, extra positiv über ihren Beruf zu berichten, setzen sich zahlreiche Pflegende unter dem Hashtag #twitternwierueddel sarkastisch, ironisch, kritisch mit den Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen und mit dem Tweet Rüddels auseinander. Seinen Aufruf, doch bitte die schönen Seiten der Pflege herauszustellen, kontern sie mit dem genauen Gegenteil – der Alltag in der Pflege, so schreiben sie immer wieder, sei in der Regel alles andere als empfehlenswert.

Rüddel hat seine Äußerung inzwischen zu relativieren versucht: "Mein Tweet sollte keine Anschuldigung gegenüber den Pflegekräften sein. Wer meine politische Arbeit kennt, weiß wie viel Respekt ich vor der großartigen Arbeit habe, die Pfleger jeden Tag leisten."

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1 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

08. Feb 2018

Endlich jemand, der mir aus der Seele spricht. Nach über 45 Jahren im Pflegebereich habe ich sowohl Heimbetreiber (wenige) erlebt, die ihren Betrieb sehr schlecht geführt haben. Allerdings habe ich auch wenige Pflegekräfte erlebt, die den Anforderungen nicht gewachsen waren. Solche gibt es in jedem Beruf. Allerdings sind es bei uns diejenige, die zu den Miesmachern gehören. Wer schlechte Arbeitsbedingungen hat, soll etwas dagegen unternehmen, nicht rumjammern und unseren schönen Beruf schlechtmachen. Allerdings, auch ich könnte mir eine noch bessere Bezahlung und noch mehr Fachkräfte pro Bewohner vorstellen. Aber wer glaubt, dass die Miesmacher dann zufrieden wären? Bin mal auf Eure Antworten gespannt!

Unbekannter Nutzer

09. Feb 2018

Dieses Thema hat, wie fast alles, mehrere Seiten! Zunächst einmal muss ich sagen: Pflegeberufe sind die anstrengensten, traurigsten, lustigsten und schönsten Berufe der Welt - zumindest für mich! Ich kenne die Situation vor Einführung der Pflegeversicherung und nach der Pflegeversicherung. Ich habe die Auswirkungen der Pflegeversicherung quasi studiert und ebenso die Auswirkungen der PSG's. Und zumindest in der stationären Altenpflege ist seit Einführung der Pflegeversicherung eine Schieflage zwischen Bewohnerbedarf und Mitarbeiterpersonalzahlen entstanden, die niemand einfach wegreden kann! Mit dem PSG I kam die stärkere Berücksichtigung der Menschen mit kognitiven Einschränkungen - dies hat die Pflegekräfte tatsächlich entlastet und die Entwicklung war gut! Aber am bestehenden Grundproblem hat sich nichts geändert, nämlich dass die Personalmenge in den Pflegestufen 2 und 3 nicht dem Pflegebedarf der Bewohner entsprechen. Und dieser Fakt wurde auch nicht mit dem PSG II verändert sondern nur verschärft. Und zwar auf zweierlei Hinsicht: a) Die Personalwerte wurden niedriger angesetzt (insbesondere in PG 5, aber auch für alle, die mit nur 1em Stufensprung übergeleitet wurden) b) Die Überleitung ist sehr großzügig und führt zu einer "Pflegeblase", die bei Neubegutachteten Bewohnern platzt, weil diese, wenn sie nicht auch im Modul 5 eine hohe Punktzahl erreichen maximal in PG 4 eingestuft werden - also wie eine ehemalige PS 3 ohne kognitive Veränderung...nur dass diese Personen in Modul 2 oder 3 Einschränkungen haben. Festhalten kann man also, dass die PSG I&II notwendig sind, aber nach wie vor zu kurz greifen und die Pflegesituation nicht signifikant entschärfen. Und zwar insbesondere in der Stationären Pflege. Und genau darüber regen sich die Pflegekräfte zu recht auf! Vielleicht können sie dies nur an den Auswirkungen in ihrer Arbeit erspüren und nicht rechnerisch beweisen wie ich. Aber sie spüren jeden Tag diese Auswirkungen! Und sie haben recht damit, denn ich kann es Ihnen vorrechnen! Schwarz auf weiß! Und dann gibt es noch weitere Probleme, die es den Pflegekräften schwer machen: a) Konzerne, die Leitungskräfte hin und her schieben wie Schachfiguren - so entsteht keine Kontinuität. b) Pflegefachliches Wissen, das sich ließt wie ein Artikel über Quantenphysik - Expertenstandards genannt c) Fachseminare, die diese Expertenstandards nicht runter brechen können und Pflegeplanung so vermitteln, wie sie keine Einrichtung brauchen kann. Es kann so viel aufgezählt werden, das es den Pflegenden schwer macht. Ein Wunder eigentlich, dass überhaupt noch jemand den Job macht...und das sind dann die Leute, die ihn gerne machen! Und in der Regel auch gut, trotz der ganzen Schwierigkeiten. Und meine persönliche Erfahrung ist, wenn ich mit Pflegekräften über Bezahlung spreche: Lieber hätten sie einen zusätzlichen Mitarbeiter in Dienst als eine Gehaltserhöhung - was wahrscheinlich mit einer der Gründe ist, warum Pflegekräfte so wenig auf der Straße sind, wenn die Gewerkschaft einen Streik ausruft. Ich wünsche ein schönes (hoffentlich freies) Wochenende

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