Created with Sketch.

16. Okt 2018 | News

Weinende Bewohner brauchen und bekommen mehr Zuwendung

Wenn Heimbewohner regelmäßig weinen, muss das als Indikator für eine höhere Bedürftigkeit eingeordnet werden. Das hat eine aktuelle Studie italienischer Forscher ergeben, deren Ergebnisse unlängst in der Fachzeitschrift "International Journal of Geriatric Psychiatry" veröffentlicht wurden.

Eine Studie an der Universität Udine in Italien hat es ermittelt: Wer im Pflegeheim regelmäßig weint, erhält mehr Aufmerksamkeit seitens der professionell Pflegenden.Foto: AdobeStock/Gordon Grand

Die Wissenschaftler um Prof. Alvisa Palese von der Universität in Udine (Friaul) haben die Verhaltensweisen von rund 9.000 Bewohnern in 105 Alten- und Pflegeheimen im Norden Italiens beobachtet. 16,3 Prozent von ihnen fielen durch tägliches Weinen auf.  Untersucht wurde nun, in welcher Beziehung dies regelmäßige Weinen zu möglichen Abhängigkeiten bei den Aktivitäten des täglichen Lebens, zu kognitiven Funktionen oder zu Schmerzen stand.

Ergebnis: Täglich weinende Bewohner erwiesen sich als deutlich abhängiger von Unterstützung in den Aktivitäten des täglichen Lebens, sie litten vergleichsweise vermehrt an kognitiven Einbußen und zeigten ein psychologisches Profil, das häufig einen traurigen, ängstlichen oder schmerzhaften Gesichtsausdruck aufwies und mit mehr ängstlichen und gesundheitsbezogenen Beschwerden sowie negativen Gedanken einherging.

Weinende Bewohner wiesen deutlich mehr Schmerzen, ein schlechteres Schlafverhalten und verschiedene Formen neuropsychologischer Symptome (Agitiertheit, Aggression u. a.) auf. Wer vermehrt weint, erhält zudem von Famlie und Freunden vergleichweise wenig Besuch und mehr Aufmerksamkeit seitens der professionell Pflegenden und der ehrenamtlich Tätigen.

Insgesamt erwies sich die Gruppe derjenigen Heimbewohner, die täglich weinen, als insgesamt bedürftiger, schwächer und kränker als die nicht-weinende Vergleichsgruppe. Frauen, das hat die Studie ebenfalls ergeben, weinen etwa doppelt so häufig wie Männer.

Basale Stimulation in der Betreuung

Bücher

Basale Stimulation in der Betreuung

Wie sind Menschen mit Demenz zu erreichen? Welche Kontaktmöglichkeiten bleiben, wenn die verbale Kommunikation versagt? Wie lässt sich die Lebensqualität und das Wohlbefinden bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz fördern? Mit menschlicher Nähe und Berührung bereichert hier die Basale Stimulation den Alltag von demenziell erkrankten Menschen und Betreuenden. Das Buch zeigt die Chancen, aber auch Grenzen der Basalen Stimulation auf. Es ermöglicht ein tiefes Verständnis für das Konzept und erklärt, wie Betreuungskräfte Körpererfahrungen im Rahmen der Einzelbetreuung anbieten können. Der Autor beschreibt leicht verständlich die Modelle der Basalen Stimulation und die verschiedenen praktischen basal stimulierenden Angebote.

Tags

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok