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10. Apr 2020 | News

Wie Händedesinfektion mit Demenzbetroffenen spielerisch gelingt

Viele demenziell Erkrankte verstehen nicht, warum Sie sich zum Virenschutz die Hände desinfizieren sollten und finden die Maßnahmen lästig. Um besonders diesen Menschen das Vorgehen schmackhaft zu machen, helfen spielerische Tricks im Alltag. Aktivieren-Autorin Marie Krüerke stellt eine Auswahl vor.

Damit Menschen mit Demenz animiert werden, ihre Hände zu desinfizieren, können Betreuende mit Fingerspielen arbeiten.Foto: AdobeStock/Tierney

Um auch Menschen mit Demenz vor der Übertragung von Viren zu schützen, sollen Hygienemaßnahmen wie das Desinfizieren der Hände engmaschig durchgeführt werden.

Bei kleinen Kindern sind Fingerspiele sehr beliebt: Sie lieben die Kombination aus Berührung und Sprechrythmus, dafür ist keinerlei Material nötig. Um die Desinfektion der Hände für Menschen mit demenziellen Veränderungen positiv zu gestalten, greifen wir auf die bekannten Fingerspiele zurück. Viele Senioren kennen sie noch aus der Zeit, als ihre Kinder klein waren. Die ersten drei Fingerspiele funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Wir benetzen unsere Hände (in Handschuhen) reichlich mit Desinfektionsmittel und verreiben es in den Händen der Senioren. Dabei umfassen wir die Hand zunächst flächig und reiben dann, parallel zum Aufsagen der Verse, die Finger einzeln ein. Dabei beginnen alle Verse mit dem Daumen und enden mit dem kleinen Finger.

Der Daumen ist ein Rasselbär,
er rasselt hin und rasselt her.
Der Zeigefinger spielt Trompete,
der Mittelfinger eine Flöte.
Der Ringfinger schüttelt das Glöckchen fein,
und das kleine Fingerlein
singt ein Lied für dich allein.

Der ist in den Brunnen gefallen.
Der hat ihn herausgeholt.
Der hat ihn aufs Bett gelegt.
Der hat ihn zugedeckt.
Und der kleine Schelm,
der hat ihn wieder aufgeweckt.

Das ist der Daumen,
der schüttelt die Pflaumen,
der hebt sie auf,
der trägt sie nach Haus
und der Kleine isst sie alle, alle auf.

Das Fingerspiel "Wie das Fähnchen auf dem Turme" ist für SeniorInnen geeignet, die die intensive Berührung der einzelnen Finger nicht mögen, weil sie beispielsweise durch Arthrose stark verkrümmt sind. Stattdessen wird die ganze Hand umfasst und sanft gerieben, während wir im Handgelenk eine lockere Drehung (vor und zurück im Rhythmus des Verses) ausführen. Die Melodie dazu lässt sich inklusive weiterer Bewegungen bei youtube.com erleben.

Wie das Fähnchen auf dem Turme
sich kann drehn bei Wind und Sturme
so soll sich mein Händchen drehn,
dass es eine Lust ist anzusehn.

Weitere Betreuungsideen von Marie Krüerke finden Sie in der Ideendatenbank von AktivierenPlus. Abonnenten haben nach einmaliger Registrierung automatisch Zugriff.

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