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30. Jun 2020 | News

"Wissen vor Wirtschaftsinteressen"

Delegierte des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest in der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein fordern die Politik auf, statt Renditen und Arbeitgeberinteressen die Pflegequalität zu fördern.

Gesundheitsversorgung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Rahmensetzung muss durch die Politik erfolgen, fordern die Mitglieder des DBfK Nordwest. Foto: Screenshot aus dem Positionspapier

Im Rahmen der Wahl zur Kammerversammlung der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein traten Mitglieder des DBfK Nordwest auf der Liste "Stark für Pflegende" unter anderem mit dem Appell "Wissen vor Wirtschaftsinteressen!" an.

Pflege sei eine zentrale Versorgungsleistung in allen teil-/stationären und ambulanten Einrichtungen, die nur erbracht werden könne, wenn es genügend gut ausgebildete Pflegefachpersonen gibt. Ihre Kompetenz erlangten diese aufgrund einer fachlich fundierten Ausbildung, ihr Handeln erfolge auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse – ausgerichtet an den Bedarfen und Bedürfnissen der zu pflegenden Menschen. Diesem Berufsethos von Pflegefachpersonen stehe ein Gesundheitssystem gegenüber, das zunehmend von marktwirtschaftlichen Mechanismen und Arbeitgeber geleiteten Interessen dominiert werde. Symptomatisch dafür sei der Umgang mit beruflich Pflegenden, "wie wir ihn während der Covid-19 Pandemie erlebt haben: durch die Aussetzung elementarer Bestimmungen des Gesundheits- und Arbeitsschutzes und der Personaluntergrenzen", so die Delegierten laut DBfK-Pressemeldung.
Gesundheitsversorgung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Rahmensetzung müsse durch die Politik erfolgen. Sie trage die Verantwortung dafür, wie Menschen mit pflegerisch-medizinischen Bedarfen versorgt werden. "Sie sollte nicht die Verantwortung für Renditeerwartungen von Wirtschaftsunternehmen übernehmen – was sie faktisch häufig tut. Hier braucht es einen Paradigmenwechsel: Ab sofort gehört pflegewissenschaftliche Kompetenz als zentrale Grundlage in jeden politischen Entscheidungsprozess miteinbezogen. Das Wissen von Pflegenden muss konsequent und systematisch vor Wirtschaftsinteressen gestellt werden", fordern die Mitglieder weiter.

Das Positionspapier finden Sie hier.

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