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15. Mrz 2019 | News

Zukunftstag: Expertenstandard Demenz im Fokus

Neben den aktuellen pflegepolitischen Entwicklungen, die die Altenpflege zurzeit umtreiben, ist der Expertenstandard "Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz" ein Schwerpunkt des ALTENPFLEGE Zukunftstags, der im Rahmen der Messe ALTENPFLEGE 2019 vom 2. bis 4. April 2019 in Nürnberg stattfinden wird.

Der ALTENPFLEGE Zukunftstag bietet an drei Tagen geballtes Wissen zu unterschiedlichsten Themen der Altenpflege. So ist garantiert, dass alle TeilnehmerInnen den Kongress am Ende mit reichlich Informationen im Gepäck verlassen werden.Foto: ALTENPFLEGE

So stellen etwa am Mittwoch, 3. April, Pflegepädagogin Josefine Weisse (Referat Altenhilfe und Pflege der Samariterstiftung Nürtingen) und Prof. Dr. Thomas Fischer (Evangelische Hochschule Dresden) aus unterschiedlichen Warten den neuen "Expertenstandard Demenz und seine konkrete Anwendung in der Praxis" vor.

Am Nachmittag desselben Tages zeigen Sascha Saßen (Bereichsleiter Zentrales Qualitätsmanagement der Korian AG, München) und Ralf Oberle (Bereichsleiter Business Development bei apetito catering, Rheine) in ihrer gemeinsamen Session, wie Pflegende bei Demenzerkrankten "Emotionale Beziehungen aufbauen und Zugänge schaffen" können.

Und das Thema "Expertenstandard Demenz und neue Prüfkriterien – wie qualitätsvolle Betreuung gelingt" nimmt sich am Donnerstag, 4. April, in einer 90-minütigen Veranstaltung Heike Jurgschat-Geer (Beratung im Gesundheitswesen, Mönchengladbach) vor.

Der ALTENPFLEGE Zukunftstag, der begleitende Kongress zur Messe ALTENPFLEGE 2019, geht über drei Tage und besteht aus über 75 Vorträgen und Workshops mit mehr als 80 ReferentInnen. Er wird in Zusammenarbeit mit den relevanten Berufs-, Interessen- und Trägerverbänden aus der Altenpflege durchgeführt.

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Alte Menschen mit einer Demenz werden in Pflegeeinrichtungen zunehmend zum Problem, und das aus mindestens zwei Gründen: Zum einen sieht sich unsere Gesellschaft vor ein quantitatives Problem gestellt, denn wie immens groß die Zahl dementer Menschen heute schon ist, und damit die Notwendigkeit, für sie abgestufte Möglichkeiten der Betreuung zu schaffen, beginnen die Sozialpolitiker jetzt erst zu begreifen. Das Auftreten einer Demenz, so scheint es, ist der Preis, den wir für die von vielen erstrebte Langlebigkeit zahlen müssen; eine Heilung durch die Medizin ist noch lange nicht in Sicht. Zum anderen fällt es den (noch gesunden) Pflegekräften und Therapeuten ungeheuer schwer, mit einer Klientel umzugehen, die zunächst nur durch ihre ausgeprägte, in nahezu allen Lebensbereichen spürbare Reduziertheit auffällt. Selbst einfachste Dinge des Alltags wollen den Betroffenen nicht mehr gelingen. Verwirrte, die scheinbar ziellos die Flure der Institution auf- und abgehen: Wie können wir ihrer Unruhe und Getriebenheit begegnen, wo doch ihre Sprache zunehmend verlorengeht und - welche Beleidigung für einen wachen Geist! - unsere Worte, unsere ganze zum Einsatz kommende Vernunft sie nicht mehr zu erreichen scheinen? Tatsächlich werden wir ganz schnell zu "hilflosen Helfern", wo der Mensch in der Demenz uns an unsere Grenzen bringt - wo die Situation uns ein Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen abverlangt, das aufzubringen den meisten unmöglich ist und wofür sie, sollten sie dazu in der Lage sein, keinerlei Dankbarkeit von den Betroffenen erwarten können. Als Naomi Feil in den USA eine Gesprächsmethodik vorstellte, die sich speziell an dementen Menschen ausrichtet, wirkte ihr Vorgehen revolutionär. In Deutschland griff die Pädagogin und Psychogerontologin Nicole Richard das validierende Arbeiten früh auf, prüfte Vorgehen und theoretische Annahmen der amerikanischen Vorreiterin und befand, dass sie die Methode an entscheidenden Punkten modifizieren sollte. So entstand über mehrjährige Arbeit mit Dementen hinweg ihr Ansatz der "Integrativen Validation" (IVA®), und damit ein wichtiger Baustein im Methodenarsenal: eine Art Handwerkszeug, dessen Anwendung aus zuvor hilflosen Helfern wieder handlungsfähige Pflegekräfte und Therapeuten macht - Fachleute für den Umgang mit verwirrten Menschen, Profis also, die endlich wissen, was sie tun können, und die verstehen, wann bzw. warum sie gerade so agieren sollten. Vor allem aber dient der Ansatz den dementen alten Menschen, die sich wieder verstanden fühlen und darüber ruhiger, zufriedener werden - die spüren, dass da jemand eine Brücke hinüber in ihr Erleben zu bauen versteht.

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