Pflegequalität

Deutschland gilt bei der Qualitätssicherung in Pflegeheimen als europäischer Vorreiter

Eine aktuelle Analyse zeigt: Eine aktuelle Analyse zeigt: Deutschland verfügt über eines der am weitesten entwickelten Qualitätsprüfsysteme für Pflegeheime in Europa. Die Zahl der MD-Prüfberichte erreicht dabei einen neuen Höchststand.

Welche Schlüsse könnnen Leitungskräfte aus dem Qualitätsatlas ziehen?
Qualitätsprüfungen haben in deutschen Pflegeheimen große Bedeutung. Foto: Werner Krüper

Laut pflegemarkt.com hat Deutschland im europäischen Vergleich eines der am weitesten entwickelten, gesetzlich verankerten Qualitätsprüfsysteme für Pflegeheime aufgebaut. Während einige Länder weiterhin dezentrale oder national uneinheitliche Kontrollen haben, verfügen andere bereits über staatlich oder national organisierte Systeme. Seit 1995 hat der Medizinische Dienst den gesetzlichen Auftrag, Pflegeeinrichtungen systematisch zu prüfen. Das Prüfsystem wurde seitdem mehrfach grundlegend reformiert.

Die Zahlen belegen den Erfolg: 2025 wurden bereits über 11.000 MD-Berichte erstellt. Das ist ein neuer Höchststand. Zum Vergleich: 2019, im Einführungsjahr der aktuellen Qualitätsprüfungs-Richtlinien, waren es nur 412 Berichte.

Das deutsche System kombiniert interne Qualitätsindikatoren mit externen Vor-Ort-Prüfungen. Pflegeheime müssen halbjährlich Daten zu Stürzen, Druckgeschwüren und Gewichtsverlust erheben. Die externe Prüfung berücksichtigt 16 personenbezogene Qualitätsaspekte in vier Versorgungsbereichen. Zusammen mit einrichtungsübergreifenden Aspekten fließen insgesamt 20 Qualitätsaspekte in die öffentliche Darstellung ein.

Im europäischen Vergleich entwickeln sich andere Länder unterschiedlich. Nach dem Orpea-Skandal 2022 setzte Frankreich einen nationalen Kontrollplan um und begann mit dem Aufbau eines einheitlichen Evaluierungssystems. Österreich, Polen und Spanien verfügen bis heute über kein nationales, einheitliches Qualitätsprüfsystem, das mit dem deutschen MD-System vergleichbar wäre. Das englische CQC-System steht nach der Einführung eines neuen Bewertungsrahmens im Jahr 2023 unter Reformdruck.

Passend dazu: Externe Prüfungen liefern wichtige Hinweise zur Qualität. Der PflegeKompass geht mit der Prozessbeschreibung „Externe Prüfergebnisse auswerten“ genau darauf ein.