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WIdO-Studie: Pflegegrad-Reform verfehlt Sparziel deutlich
Die geplante Verschärfung der Zugangsvoraussetzungen für Pflegegrade wird weniger Geld sparen als gedacht. Eine aktuelle Analyse des WIdO halbiert die Erwartungen der Bundesregierung.
Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) prognostiziert deutlich geringere Einsparungen durch die geplante Anhebung der Pflegegrad-Schwellenwerte. Statt der erwarteten vier Milliarden Euro jährlich werden laut der Studie nur etwa zwei Milliarden Euro eingespart.
Die Analyse basiert auf 1,1 Millionen AOK-Versicherten, die 2024 erstmals begutachtet wurden. Das Ergebnis: 21 Prozent der Erstbegutachtungen und 16 Prozent der Höherstufungen fallen in Übergangsbereiche direkt oberhalb der aktuellen Schwellenwerte. Dieser „Bunching“-Effekt entsteht zur Hälfte durch Anreiz- und Verhaltenseffekte, nicht nur durch das Begutachtungsinstrument selbst.
„Die Anpassung von Schwellenwerten als alleinige Maßnahme greift zu kurz“, sagt WIdO-Geschäftsführer David Scheller-Kreinsen. Er fordert eine Evaluation des gesamten Begutachtungssystems. Die Häufungen werden sich an die neuen Grenzen verlagern, wodurch die Einsparungen um mehrere Milliarden Euro geringer ausfallen.
Das Bundesgesundheitsministerium hatte die Finanzwirkungen für 2030 auf 4,2 Milliarden Euro beziffert. Kurzfristig könnten die Ausgaben sogar steigen, da Versicherte ihre Anträge vorziehen, um noch nach den alten Regeln bewertet zu werden.
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