Demenz
ALTENPFLEGE 2025: Neue Konzepte für die Demenzversorgung
Auf dem Messekongress der ALTENPFLEGE 2025 vom 8. bis 10. April in Nürnberg standen unter anderem innovative Betreuungskonzepte für Menschen mit Demenz im Mittelpunkt. Wissenschaft und Praxis diskutierten neue Versorgungsansätze, darunter das „Therapeutische Gammeln“ und die Reduktion von Psychopharmaka.
Am zweiten Messetag der ALTENPFLEGE 2025 in Nürnberg drehte sich auf der zentralen Bühne, der „Big Stage“, des begleitenden Messekongresses alles um eine zukunftsfähige Demenzversorgung. In der Session „Zukunft Demenz: Neue Konzepte im Fokus“ präsentierten Fachleute aktuelle Versorgungsansätze.
Angehörige integrieren
Wie korrekt mit den Angehörigen umgehen? Das war eine der Einstiegsfragen in die abschließende Diskussion. Lydia Kassing, Einrichtungsleitung und PDL im Resi-Stemmler-Haus in Euskirchen, sah hier ein gemeinsames Verständnis der Arbeit als wichtigen Faktor: „Es ist wichtig, Angehörige von Anfang an einzubeziehen und unsere Begleitung so transparent wie möglich zu machen. Trotzdem dauert es für angehörige teilweise ein bis anderthalb Jahre, um zu sehen, dass das, was wir machen, gut und richtig ist.“ „Bei uns sind Angehörige jederzeit willkommen“, so Gabriele Naskrent, Betreuungsassistentin mit gerontopsychiatrischer Zusatzqualifikation im AWO Julie-Kolb-Seniorenzentrum in Marl. „Die werden dann auch mit Versorgt und der Angehörige ist theoretisch bei allem mit eingeplant“. „Die Integration der Angehörigen ist eine unserer Hauptaufgaben“, ergänzte Christian Löbel (Wohnbereichsleiter). Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Thomas Boggatz sieht mögliche Differenzen bei der Wahrnehmung: „Pflegende sind in einer Sandwich-Position. Angehörige bewerten die Pflege aus ihrer Perspektive, die gepflegte Person lebt jedoch in ihrer eigenen Realität. Einen Bewohner nicht dazu zu zwingen, sich waschen zu lassen, kann eine richtige Entscheidung sein, die ein Angehöriger im ersten Moment als schlechte Pflege empfinden kann.“
Auf die Frage danach, wie „Therapeutisches Gammeln“ eigentlich zeitlich geregelt sei, war Löbels Antwort relativ klar: keine Strukturen. Alles könne zu den Zeiten erledigt werden, zu denen es für die Bewohner:innen passt. Dann könnten sich die Mitarbeitenden ihre Arbeiten frei einteilen. „Man darf dann nicht mehr verrichtungsorientiert arbeiten“, ergänzte Lydia Kassing. „Es gibt Pflegekräfte, die kommen damit nicht klar“, so Boggatz.
Passend dazu:
- Neue Konzepte für Demenz: praxisnahe Ansätze im Fokus
- Pflegewissenschaft hilft bei der Auswahl von Konzepten
- Lydia Kassing im Interview über Opesa
Das vollständige Programm des Messekongresses:
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