Aktivierung und Betreuung

Digital verbindet: AktivierenPreis 2026 geht nach Düsseldorf

Das Otto-Ohl-Haus und das Tersteegen-Haus der Diakonie Düsseldorf e.V. haben den Wettbewerb um den AktivierenPreis 2026 gewonnen. Mit ihrem Konzept „Digitale Soziale Betreuung mit Mehrwert“ konnten Nikola Jansen und Silja Cornelis, die Leitungen des Sozialen Dienstes beider Häuser, die Fachjury überzeugen.

AktivierenPreis2026
Freuten sich über die Auszeichnung für ihr Konzept „Digitale Soziale Betreuung mit Mehrwert": das Team des Otto-Ohl-Hauses und des Tersteegen-Hauses der Diakonie Düsseldorf e.V. um Nikola Jansen und Silja Cornelis (1. Reihe, 2. und 3. v. l.), Leitungen des Sozialen Dienstes, nahmen in Düsseldorf den Preis stellvertretend für das gesamte Team entgegen. Foto: Anne Wolf/Kommunikation Diakonie Düsseldorf e. V.

Der Wettbewerb um den AktivierenPreis 2026, initiiert von der Redaktion der Zeitschrift Aktivieren, hat 2026 den Einsatz digitaler Tools in der Sozialen Betreuung in den Mittelpunkt gerückt. Das Konzept der Diakonie Düsseldorf hat mit seiner konsequenten Verbindung von Digitalisierung, Biografiearbeit und Teilhabeorientierung überzeugt. Denn es zeigt: Technik muss kein Selbstzweck sein – sie kann Beziehungen stärken und Lebensqualität spürbar verbessern.

So hob Klaus Patzeld, Geschäftsbereichsleiter bei der Diakonie Düsseldorf, in seiner Ansprache die Möglichkeiten der Digitalisierung hervor, die nicht ohne die Menschen zum Tragen kämen, die für Vertrauen sorgten. „Beides zusammen schafft Verbundenheit“, so Patzeld.

Nikola Jansen, Sozialdienstleitung im Otto-Ohl-Haus, und Silja Cornelis, die in gleicher Funktion im Tersteegen-Haus tätig ist, zeigten sich erfreut und stolz über die Anerkennung ihrer Arbeit durch den Preis und bedankten sich bei ihren Vorgesetzten für deren Investitionsbereitschaft und vor allem bei ihren Kolleg:innen. „Die Technik macht das nicht allein“, so Cornelis bei der Preisverleihung. „Dafür braucht es Menschen, die entscheiden, welches Angebot jeweils passen könnte.“

Technik unterstützt die Beziehung

„Das ausgezeichnete Konzept nimmt in den Fokus, dass Technik die Beziehung unterstützt, statt sie zu ersetzen – mutig, vertrauensvoll und gut begleitet“, betonte Chefredakteurin Miriam von Bardeleben bei der Preisverleihung in Düsseldorf.

Das hat auch die Jury überzeugt: „Mit ihrem fachlich exzellent aufgebauten und langfristig entwickelten Digitalkonzept setzen das Otto-Ohl-Haus und das Tersteegen-Haus Maßstäbe. Die Verbindung von Innovation, Struktur, Teilhabe und gelebter Praxis verankert Digitalisierung nachhaltig im Betreuungsalltag“, so das gemeinsame Statement. Die Jurorinnen und Juroren Carina Wrobel, Sam Seemann und Insa van Oterendorp hoben besonders hervor, dass die konsequente Biografieorientierung, die enge Zusammenarbeit mit Pflege und Angehörigen sowie die langjährige Entwicklung des Konzepts vorbildhaft für andere Einrichtungen seien.

„Was das Konzept der Diakonie Düsseldorf für meine Jurykolleginnen und -kollegen und mich so besonders macht: Es verbindet fachliche Tiefe mit echter Praxisnähe. Digitalisierung wird hier nicht eingeführt – sie wird gelebt. Seit 2008, konsequent und biografisch fundiert“, so Aktivieren-Redakteurin und Jury-Vorsitzende Thordis Gooßes.

Ein Konzept, das seit 2008 wächst

Bereits 2008 integrierten die beiden Häuser mit der Nintendo Wii erste digitale Bewegungsangebote in die Betreuung. Was als Experiment begann, ist heute ein umfassendes, im Qualitätsmanagement verankertes Digitalkonzept. Dazu gehören die Tagea-App als digitale Kommunikationsplattform für den Austausch mit Angehörigen, das Projektionssystem Qwiek.up für immersive Bild- und Klangwelten, die MelodieBox für selbstbestimmtes Musikerleben, das Bike Labyrinth für virtuelle Fahrradtouren sowie die Tovertafel und De BeleefTV für interaktive Angebote bei Demenz. Ein besonderer Baustein ist der Roboter Pepper – er schafft Begegnung, weckt Neugier und baut Berührungsängste gegenüber digitalen Medien spielerisch ab.

Das Fundament all dieser Angebote ist die Biografiearbeit. Individuelle Lebensgeschichten, Erinnerungen und Vorlieben der Bewohnerinnen und Bewohner stehen im Mittelpunkt – digitale Anwendungen machen sie erlebbar und emotional zugänglich.

Tagea-App als digitale Brücke zu Angehörigen

Eine besondere Stärke des Konzepts ist die konsequente Einbindung von Angehörigen. Über die Tagea-App tauschen Betreuung, Pflege und Familien Fotos, Erinnerungen und biografische Informationen schnell und datenschutzkonform aus.

Multiprofessionelle Zusammenarbeit als Grundlage

Digitale Betreuung funktioniert bei der Diakonie Düsseldorf nur im Team. Pflege und Soziale Betreuung arbeiten eng zusammen. Neue digitale Anwendungen werden zunächst erprobt, im Team reflektiert und dann gezielt in bestehende Betreuungsprozesse integriert. Alle Mitarbeitenden sowie ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer werden systematisch geschult. Dadurch entsteht eine gemeinsame Haltung zur digitalen Betreuungskultur.

Wirksamkeit wird regelmäßig überprüft

Die Wirksamkeit des Konzepts wird durch strukturierte Beobachtungen, Fallbesprechungen, Dokumentationen und regelmäßige Evaluationen überprüft. Die Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung ein. Besonders bei Bewohnerinnen und Bewohnern mit eingeschränkter Mobilität oder demenziellen Veränderungen zeigen sich häufiger soziale Interaktionen, emotionale Reaktionen und längere Beteiligungszeiten. Angehörige berichten von verbesserter Kommunikation und stärkerer Einbindung in den Alltag.

Jury: Maßstäbe gesetzt

„Mit ihrem fachlich exzellent aufgebauten und langfristig entwickelten Digitalkonzept setzen das Otto-Ohl-Haus und das Tersteegen-Haus Maßstäbe. Die Verbindung von Innovation, Struktur, Teilhabe und gelebter Praxis verankert Digitalisierung nachhaltig im Betreuungsalltag“, so das Jurystatement. Die Jurorinnen und Juroren Carina Wrobel, Sam Seemann und Insa van Oterendorp hoben besonders die konsequente Biografieorientierung, die enge Zusammenarbeit mit Pflege und Angehörigen sowie die langjährige, nachhaltige Entwicklung des Konzepts hervor.

„Was das Konzept der Diakonie Düsseldorf für meine Jurykolleginnen und -kollegen und mich so besonders macht: Es verbindet fachliche Tiefe mit echter Praxisnähe. Digitalisierung wird hier nicht eingeführt – sie wird gelebt. Seit 2008, konsequent und biografisch fundiert“, so Aktivieren-Redakteurin und Jury-Vorsitzende Thordis Gooßes.

Das Otto-Ohl-Haus und das Tersteegen-Haus haben sich geöffnet für neue Wege, echte Teilhabe und eine Betreuung, die verbindet – und die zeigt, dass Digitalisierung und Menschlichkeit kein Widerspruch sind. Das schafft Lebensqualität. Tag für Tag.

Aktivieren-Chefredakteurin Miriam von Bardeleben und Aktivieren-Redakteurin und Jury-Vorsitzende Thordis Gooßes gratulierten bei der feierlichen Preisverleihung in Düsseldorf am 26. August 2026 mit Blumen, Urkunde, Infopaket – und dem Preisgeld von 3.000 Euro. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie Düsseldorf waren mit dabei. Die Bewerbungsfrist endete bereits am 31. Mai 2026.

Passend dazu: Alle Infos zum AktivierenPreis und den Preisträgern der letzten Jahre

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