Pflegepraxis

Herzstiftung warnt vor diesen Hitzegefahren für Herzpatienten

Bei extremer Hitze drohen Herzpatienten und -patientinnen besondere Risiken. Die Deutsche Herzstiftung gibt konkrete Empfehlungen für Blutdruckkontrolle, Flüssigkeitshaushalt und Medikamente.

Kaum Hitzeschutz trotz hoher Investitionskosten
An immer mehr Tagen im Jahr steigt das Thermometer auf über 30 Grad Celsius an. Foto: AdobeStock/Jenny Sturm

Hohe Temperaturen über 30 Grad können für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich werden, warnt die Deutsche Herzstiftung. Besonders ältere Menschen und Patienten und Patientinnen mit Herzschwäche, Bluthochdruck oder koronarer Herzkrankheit sind betroffen.

Das körpereigene Kühlsystem arbeitet bei Herzerkrankungen eingeschränkt, erklärt Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Herzstiftung. Die Folgen können Muskelkrämpfe, Schwindel, Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen sein.

Voigtländer empfiehlt, bei Herzpatienten und -patientinnen den Blutdruck regelmäßig zu messen, da extreme Hitze sowohl zu Blutdruckanstiegen als auch zu gefährlichen Abfällen führen kann. Fällt der Blutdruck unter 100 mmHg (systolisch), ist ärztliche Rücksprache nötig. „Manchmal fällt der Blutdruck so stark ab, dass die Dosis der blutdrucksenkenden Medikamente angepasst werden muss“, so der Herzspezialist.

„Speziell bei Patienten mit Herzschwäche, die wassertreibende Medikamente einnehmen und bei denen die Trinkmenge ohnehin eingeschränkt ist, kann es zu einer ungünstigen Kombination des Wasserverlustes kommen“, sagt Voigtländer.  Menschen mit einer bestehenden Herzinsuffizienz sollten aber auch nicht zu viel trinken, denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr könne bei Herzkranken zur Verschlechterung ihrer Herzleistung führen. Bei Herzschwäche ist die Gewichtskontrolle entscheidend: Gewichtskontrollen morgens vor dem Frühstück sind empfehlenswert. Eine Zunahme von mehr als einem Kilogramm über Nacht oder zwei Kilogramm in drei Tagen deutet auf Flüssigkeitsstörungen hin. Dann ist der Arzt oder die Ärztin zu kontaktieren.

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