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Studie zeigt: Leistungszuschläge in der Pflege dreimal teurer als geplant
Die 2022 eingeführten Leistungszuschläge zu den Eigenanteilen in Pflegeheimen verursachen deutlich höhere Kosten als ursprünglich angenommen. Statt der vom Bundesgesundheitsministerium prognostizierten 2,5 Milliarden Euro jährlich beliefen sich die tatsächlichen Ausgaben im ersten Jahr bereits auf 3,6 Milliarden Euro und stiegen im Folgejahr auf 6,4 Milliarden Euro. Dies geht aus einer aktuellen Studie des IGES-Instituts hervor, die der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) in Auftrag gegeben hat.
Die Analyse zeigt eine problematische Entwicklung: Bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode könnten die jährlichen Ausgaben für die Leistungszuschläge auf bis zu 9,4 Milliarden Euro anwachsen. Dies entspricht fast dem Vierfachen der ursprünglichen Kalkulation und stelle die finanzielle Nachhaltigkeit der Pflegeversicherung in Frage.
Verteilungsproblematik der Zuschüsse
Die IGES-Studie weist auf eine weitere Problematik hin: Die Zuschüsse erreichen überwiegend Haushalte, die mit ihrem Altersvermögen die Eigenanteile selbständig tragen könnten. Das Medianvermögen privater Haushalte in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen liegt bei rund 212.000 Euro.
„Die Kosten belasten die Beitragszahler und Steuerzahler, insbesondere die jüngeren Generationen und deren Arbeitgeber, während gleichzeitig Menschen mit Privatvermögen davon profitieren“, erklärt Thomas Brahm, Verbandsvorsitzender des PKV-Verbandes.
Kritik an der Verteilungswirkung
Die Studienautoren betonen die verteilungspolitische Problematik: „Es ist bedenklich, dass der ermöglichte Vermögens- und Erbenschutz mit einer überproportional hohen Belastung von Menschen mit niedrigem Einkommen durch Sozialversicherungsbeiträge verbunden ist.“ Eine weitere Ausweitung der Leistungen würde diesen Effekt noch verstärken.
Forderung nach Stärkung der Eigenverantwortung
Der PKV-Verband erinnert daran, dass die Soziale Pflegeversicherung als Teilkostenversicherung konzipiert wurde. „Um die Pflegeversicherung zu stabilisieren und auf den demografischen Wandel vorzubereiten, muss die Bundesregierung jetzt die Eigenverantwortung stärken und die private Vorsorge fördern“, fordert Brahm.
Die seit 2022 geltenden Zuschläge sollen Pflegeheimbewohner entlasten und steigen mit der Aufenthaltsdauer: Im ersten Jahr übernimmt die Pflegeversicherung 15 Prozent des pflegebedingten Eigenanteils, im zweiten Jahr 30 Prozent, im dritten Jahr 50 Prozent und ab dem vierten Jahr 75 Prozent. Der bundesweite Durchschnitt des monatlichen Eigenanteils liegt 2025 bei 1.800 Euro.
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