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„Care Pay Gap“ – Pflegeberufe und ihre niedrigere Bezahlung
Eine aktuelle Studie zeigt, dass Beschäftigte im sozialen Sektor in Deutschland durchschnittlich 17 Prozent weniger verdienen als Beschäftigte in anderen Branchen.
Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Deutschen Roten Kreuzes bezeichnet diese Diskrepanz als „Care Pay Gap“. Besonders betroffen sind Beschäftigte in der Kinderbetreuung, der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Sozialarbeit. „Neben Nachteilen bei den Arbeitszeiten zeigen sich im sozialen Sektor nach wie vor deutliche Unterschiede in der durchschnittlichen Bezahlung gegenüber der übrigen Wirtschaft“, heißt es in der Studie. Sie trägt den Titel „Vor dem Kollaps? Beschäftigung im sozialen Sektor“. Sie wurde am Montag in Berlin vorgestellt.
Auch wenn sich die Lohnlücke in den vergangenen Jahren verringert habe, bestehe sie weiter. Angesichts des hohen Frauenanteils in sozialen Berufen lasse sich der „Care Pay Gap“ zum Teil auch durch die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen erklären. „Plakativ formuliert werden Vollzeittätigkeiten im sozialen Sektor monetär geringer wertgeschätzt als in anderen Branchen“, so die Autoren der Studie.
Sie betonen die Notwendigkeit politischer Entscheidungen und Maßnahmen, um den sozialen Sektor angemessen zu entlohnen. Das Deutsche Rote Kreuz fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, inwieweit die Gesellschaft bereit ist, den sozialen Sektor wertzuschätzen und zu unterstützen.
Kritik an der Studie kam umgehend vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). Der Verband kritisierte, dass die Höhe der Löhne in der Studie veraltet sei. „Hier wird mit Uraltzahlen die Pflege schlechtgeschrieben“, sagte bpa-Präsident Bernd Meurer. Ausgerechnet DRK und IAB bedienten alte Klischees und stützten sich auf Zahlen aus der Zeit vor den deutlichen Lohnsteigerungen der vergangenen Jahre. „Heute kratzen die Einstiegsgehälter der Pflegehilfskräfte schon an der 3.000 Euro-Marke und die meisten Pflegefachkräfte haben die monatlichen 4.000 EUR längst übersprungen“, so Meurer.
Passend dazu: Vergleich: Pflegemindestlohn versus Median-Gehalt in der Altenpflege
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