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Sollten Pausen in der Pflege bezahlt werden?

Da Pausen in der Pflege oftmals nicht zur Erholung genommen werden können, werden Stimmen laut, die eine Vergütung fordern. Was spricht dafür und was dagegen?

Pause, Stress
Foto: AdobeStock/pikselstock

Zunächst die Rechtslage in Kürze: Beschäftigte müssen geregelt spätestens nach sechs Arbeitsstunden eine Pause von mindestens 30 Minuten nehmen. Bei mehr als neun Stunden Arbeitszeit sind es 45 Minuten. Eine Pause liegt nur dann vor, wenn Mitarbeitende vollständig von ihren Arbeitspflichten freigestellt sind.

Pflegende in der Zwickmühle

Und da beginnt das Dilemma: „Immer wieder berichten Kolleg:innen davon, ihre Pausen nicht nehmen zu können, ohne auf die nachfolgende Schicht einen Berg an Arbeit abzuwälzen oder Patient:innen und Menschen mit Pflegebedarf akut zu gefährden“, so der Vorsitzende der Pflegegewerkschaft BochumerBund, Marcus Jogerst-Ratzka, in der Rubrik „Pro & Contra“ in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege.

Faktencheck: Keine Zeit für die Pause?

Eine Studie aus dem Jahr 2019 hat ergeben, dass rund die Hälfte der Beschäftigten in Pflegeberufen in Deutschland (49,6 Prozent) keine Pausen nehmen. Der Anteil ist fast zweimal höher als in sonstigen Berufen (26 Prozent). Als Hauptgrund geben die Pflegenden an, dass sie zu viel Arbeit haben (58,6 Prozent).

Jogerst-Ratzka spricht sich vor diesem Hintergrund für eine Pausenvergütung aus – was Arbeitgeber aber ausdrücklich nicht davon entbinde, adäquate Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, eine Pause einhalten zu können.

Das Problem lösen statt verstetigen

Dass es bessere Rahmenbedingungen braucht, findet auch der 1. Vorsitzende des Bundesverbands der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen, Alexander Schraml. Er warnt in der Fachzeitschrift Altenpflege jedoch vor einer Pausenvergütung. „Wenn wir anfangen, alle möglichen Entgeltbestandteile neu zu erfinden, entwerten wir unser Tarifsystem und schaffen die besten Argumente für diejenigen, die die Situation der Pflegekräfte nicht vergessen wollen“, so Schraml.

Mehr dazu lesen Sie in der Rubrik „Pro & Contra“ in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege ab Seite 12.